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KD
Zoot Woman schaffen es mit ihrem Debut, einen sehr leckeren, bunten Sound-Cocktail aus den besten Zutaten der 70er und 80er Jahre (hörbar beeinflußt von Roxy Music, The Human League und Kraftwerk) zusammenzumixen. Jetzt könnte man einwenden: Zusammengeklauter Retro-Pop. Das trifft es aber nicht, denn Zoot Woman bringen hier eine ganz eigene Note herein. Dies ist in erster Linie auf Stuart Price zurückzuführen, der schon mit Les Rythmes Digitales housigen Pop (oder poppigen House) mit einer perfekten Produktion veredelt hat.
Zu den Stücken im einzelnen: "It's Automatic" ist ein leichter, angejazzter und tanzbarer Song. Mit "Living in a Magazine" ironisieren Zoot Woman textlich ihr eigenes Image. Musikalisch ist es das "rockigste" Stück auf dem Album mit einem sehr eingängigen Chorus, der mich wochenlang begeistert hat. "Information First" ist das eingängigste und beste Stück. Viele hören hier New Order oder The Human League heraus. Ich hatte mich schon auf die angekündigte Single-Auskopplung gefreut, aber die kam leider nicht. "You and I" lässt etwas nach, ist aber immer noch guter Pop oberhalb des Durchschnitts. "Nobody knows" ist ein interessantes Experiment: The Human League und Soft Cell haben 1982 mit "Love and Dancing" und "Non-stop Ecstatic Dancing" jeweils Remix-Alben, basierend auf den Vorgängern "Dare!" und "Non-stop Erotic Cabaret" herausgebracht. Zoot Woman bringen die Remix-Version von "Nobody knows" als part II direkt auf dem selben Album. Part II ist instrumental und wunderschön verträumt. Nächstes Stück ist das Kraftwerk-Cover "The Model" (der größte Hit von Kraftwerk), das mir in der frechen Cover-Version mit Gitarre sogar besser gefällt als das Original. "Jessie" ist eine luftig-leichte Liebeserklärung mit einer sehr schönen Melodie. Danach fällt das Album qualitativ etwas ab. Die einzige Ballade "Losing sight" fand ich dagegen sehr gelungen.
Insgesamt ein sehr abwechslungsreiches und qualitativ herausragendes Stück Pop-Musik. Ganz nebenbei: Ich war auf der Promo-Tour auf dem Konzert in Köln, und die Jungs sind auch live richtig gut (und sehen wirklich so gut aus wie auf dem Coverfoto).
die songstrukturen sind bekannt und der hörer populärer musik muss sie nicht extra anprobieren. hit an hit mit einer stimmigen abfolge.
zwar ist es gewagt parallelen zu künstlern wie den pet shop boys zu ziehen aber wer deren früh- und mittelalterliche musik mochte wird zoot woman in seinen mp3-player eingravieren lassen.
stylisch-melodiöser minimalmelancholismus von dem die verlorenen seelen der metropolen nicht genug bekommen können.
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