Die Geschichte des von Jon Keeyes geschriebenen und inszenierten Films ist schnell umrissen: Vier Gangster stürmen noch während der Credits ein Lohnbüro in einer kleinen texanischen Stadt, doch die Polizei kommt früher als erwartet. Beim anschließenden Schusswechsel flüchten die Vier in ein Cafe auf der anderen Straßenseite, ein Gangster stirbt sofort im Kugelhagel, eine Frau wird angeschossen. Doch die drei vermeintlich harten Gangster landen mit ihrer Flucht vom Regen in der Traufe, denn in dem Cafe sitzen unter den Gästen zwei brutale Psychopathen, die einen der drei gleich erschießen. Die zwei verbliebenen Räuber (ein im Gesicht aufgedunsen wirkender Edward Furlong, bekannt aus "Terminator 2" und "American History X" sowie Bai Ling, "Paris") haben jetzt nicht nur dutzende Cops vor der Tür sondern müssen auch wie die anderen Geiseln
jederzeit eine Kugel durch die Killer befürchten.
Von außerhalb übernimmt Cop Rick Devlin (Arnold Vosloo, "24") die Verhandlungen, bis der einflussreiche Besitzer des Lohnbüros sich einschaltet und einen Verhandlungsführer des ATF durchsetzt. Dieser "Cowboy" (Michael Madsen, "Species 1+2", "Free Willy 1+2") stellt sich jedoch nicht gerade als Fachmann mit ruhigen Nerven heraus und schnell gibt es weitere Tote...
Über weite Strecken, will sagen zwischen der Auftaktschießerei und dem bleihaltigen Showdown, entpuppt sich der Film als typisches Belagerungs-/Geisel-Drama. Nur in den genannten Szenen erweist er sich als harter Actioner, der allerdings mit manchmal schon schmerzhaftem Realismus auftrumpft (Bai Ling etwa schreit ewig vor Schmerzen als sie angeschossen wird, was glaubwürdig, auf Dauer aber sehr entnervend ist. Auch die im Film vorkommende Vergewaltigung mit allen Nebenwirkungen beim Opfer geht unter die Haut). Die Figuren schwanken zwischen glaubwürdig und klischeebeladen, wobei die meisten Darsteller ihr möglichstes tun, dies wenigstens routiniert und unaufdringlich über die Bühne zu bringen.
Die vier US-Stars des Films spielen alle gut, besonders hervorzuheben sind hier der als "Mumie" in den gleichnamigen Filmen bekannt gewordene Arnold Vosloo und "Kill Bill"-Star Michael Madsen. Vosloo gibt den guten, kompetenten, sympathischen aber am System scheiternden Cop und Madsen geht nach einigen eher zweifelhaften Leistungen jüngerer Zeit richtig aus sich heraus in der Rolle des großspurigen, dann aber doch schnell überforderten Verhandlungsführers mit Cowboyhut, Winchester und "coolen Stiefeln". In dieser Rolle führt er seine ihm anhängende Coolness mal richtig schön an die Wand.
Fazit: Eine nicht neue Story, mit Bemühung um weitestgehende Authentizität gut erzählt und solide bis stark gespielt. Kleine Schwächen in der B-Note (einige Klischeecharaktere wie die beiden Psychopathen oder die sensationsgeile Reporterin), sonst aber ziemlich spannend und auf eine nicht zu aufgesetzt wirkende Weise hart.
Zur DVD gibt es nicht viel zu sagen, da sie (mal abgesehen von der Steelbook-Verpackung, die, wenn man so etwas mag, sicher recht nett anzusehen ist) relativ schlicht ausgefallen ist. Deutscher und englischer Ton in ordentlichem DD 5.1, das Bild weiß zu gefallen (anamorphes 16:9 bei 1,66:1). Die hohe Freigabe rechtfertigt sich vielleicht nicht durch die bleihaltigen Schießereien, wohl aber durch manche "Exekution" und vorgenannte Vergewaltigungs-Szene und ansonsten bleibt wohl nur anzumerken, dass die Laufzeitangabe mit 94 Minuten falsch ist. Der Film läuft knapp 86 Minuten, ist aber scheinbar ungekürzt (was wohl schwer feststellbar bleiben wird, da der Film zwischen verschiedenen Festivalvorführungen immer noch leicht nachgebessert wurde). Knappe neun Minuten läuft das Bonusmaterial, welches aber ernüchternderweise lediglich aus Trailern zu weiteren Filmen des Anbieters besteht, ohne dabei den zum Hauptfilm einzuschließen. Schade. Wenigstens der Trailer und vielleicht ein kurzes Making Of mit Statements wäre nett gewesen. Damit rundet sich die Wertung auf drei Punkte ab.