Mit diesen Worten verabschiedete sich wohl Bob Hite nach rund 40 Minuten "Refried Boogie" vom Publikum des Kaleidoskope-Club in L.A. 1968. Und da wäre ich gerne live dabei gewesen.
Das dritte Album von Canned Heat von 1969 war für mich immer etwas besonderes, weil es vom Blues und Boogie der Band derart abwechslungs- und facettenreich ist, dass es mir auch nach Jahrzehnten immer noch nicht langweilig geworden ist. Die sechs kürzeren Titel der ehemals 1. Plattenseite sind alle klasse arrangiert; "Parthenogenesis" (ehemals Seite 2) ist ein 19 Minuten Bluesexperiment, bei dem die Band verschiedene Musikstile aufgreift und von Gastmusikern wie John Mayall u.a. unterstützt wird.
Höhepunkt war für mich immer Seite 3 und 4 mit dem langen Boogie-Jam, der erstaunlicherweise zu keiner Zeit langweilig wird und der viele Höhepunkte hat. So ist allein schon das schöne und mehrminütige Solo-Guitarintro von Al Wilson ein Genuß für sich, bevor die Band dazu kommt. Auch der längere Solo-Part von Gitarrist Henry Vestine und das Bass-Solo von Larry Taylor sind eine Klasse für sich und selbst das Drum-Solo zum Schluß ist absolut hörenswert. Der Gesang von Bob Hite ist wie immer ausdrucksstark und sehr gut.
"Living The Blues" ist sicherlich eines der besten Blues-/Boogie-Alben Canned Heats und eines der besten Blues-Alben der späten 60er Jahre, dass man ohne Frage in seiner Sammlung haben sollte. Für Neueinsteiger in die Musik von Canned Heat eignet sich vielleicht eine
Let'S Work Together-Best of oder auch
Boogie With Canned Heat eher, aber wer die Band kennt, sollte hier auf keinen Fall zögern.
Klangmäßig hat BGO aus meiner Sicht einen recht guten Job gemacht, da der Sound der CD vielleicht nicht überragend, aber dennoch sehr viel besser ist, als meine alte US-Vinyl-LP. Was ich etwas schwach finde, ist die (immer noch) Ausblendung nach "Refried Boogie-Part 1", die auf der LP seinerzeit aus Laufzeitgründen unumgänglich war. Bei der CD wäre aber Gelegenheit gewesen, das zu korrigieren (wie man das z.B. auch beim "Mountain Jam" der Allman Brothers Band auf
Eat a Peach (Deluxe Edition) getan hat). Aber sei es drum.
Die Artwork ist original gehalten (wobei die US-LP ein anderes Cover hatte, als die europäische LP-Pressung seinerzeit). Ein kurzes Heft mit Informationen zur Band selbst und dem Album gibt es auch dazu und die CD-Box steckt noch in einem Pappcover. Für mich absolute Kaufempfehlung und jeden Cent wert.