INTRO
Hardcore ist Musik für White-Trash-Jungs, die nicht tanzen können. Tätowierungen, nackte Frauen und Dosenbier. Das Leben auf der Straße ist hart, und Blood For Blood sind die Straße. Blood For Blood und ihre Kumpels nennen sich die Wasted Youth Crew, und alle obengenannten Klischees sind ihnen so richtig ans Herz gewachsen. "Revenge On Society', die letzte LP, paßte schon jedem genau in den Kram, den wirklich alles ankotzte. Diesmal gibt's wesentlich mehr Punk und Oi!, und mit Prollfaktor X lassen Blood For Blood wieder den Asozialen raushängen, ich liebe das. Nichts ist besser, alles schlimmer geworden, und die Jungs sind sauer. So richtig. Neglect, Poison Idea und Sheer Terror sind schließlich nicht mehr, dann eben Blood For Blood. Für schnieke Mittelklasse/Yuppie/Vorstadt-Jungs haben die nur Verachtung übrig. Die Kids aus behüteten Verhältnissen, die zwecks Rebellion ein paar Jahre Hardcore zu sein vorgeben, sind ja mittlerweile selbst Klischee bzw. Normalität, die "revolutionäre' Anti-Haltung ist oft aufgesetzt. Blood For Blood nimmt man ihre Attitüde ab, ob man das nun gut findet oder nicht, ist eine andere Frage. So oder so, "Livin' In Exile' rockt so dermaßen die Party ... Nach 22 Minuten ist das Spektakel dann leider schon vorbei. Kurz, kompromißlos und schmerzhaft. "Ace Of Spades' vom "Victory'-Motörhead-Tributesampler gibt's als Zugabe, und das war's dann. Love it or leave it. O Mann.
Ingo Rieser / © Intro - Musik & so
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