Wir lesen es in der Kurzbeschreibung: "Fjarill" ist schwedisch und bedeutet "Schmetterling". Und nichts kann die Musik des Frauen-Duos besser umschreiben: das ist Musik, die einen umschwirrt und umflattert wie ein Schmetterling auf einer Sommerwiese. Das Instrumentarium der Damen, Piano und Violine vor allem, verspricht Folk; ihre Herkunft, Schweden und Südafrika, verspricht gar Weltmusik. Der Hörer bekommt auch diesmal wieder alles und mehr: zwar sind die Songs meist sehr in skandinavischer Folklore verwurzelt, gehen aber darüber hinaus, bieten Mehrsprachiges, einen afrikanischen Gastsänger, Satzgesang, der an Lais erinnert. Aber auch ein bisschen (skandinavischer) Jazz lässt sich finden in der Kammermusik von Fjarill. Die Texte: eher besinnlich als heiter, beschäftigen sich u. a. mit Tod und Einsamkeit, aber auf eine lebensbejahende Weise, auch da denke ich schon wieder: Schmetterling. "Aus meiner Angst wird Hoffnung / Wenn du in meine Seele lächelst", heißt es in einem Lied und ist exemplarisch für die Weltsicht der beiden Damen. Hoffnung. Urvertrauen. Da ist wer mit sich und der Welt im Reinen.
Wer das Stille, das Intime, Sanfte und Unaufgeregte mag, der lasse sich auf Schmetterlingsflügeln tragen wie auf einem fliegenden Teppich, der staune im Flug über eine Spätsommerwiese, auf der schon Herbst Einzug hält und feierlich verspricht, dass nach dem großen Tod das große Erwachen des nächsten Frühlings wartet.