Der Stuckrad, inzwischen durch eine eigene Literatursendung auf MTV und durch Gastauftritte bei Harald Schmidt, für den er einst Gags geschrieben haben soll, zu einiger Bekanntheit gelangt, kann zweifellos schreiben. Für Autoren, die von Lesereisen träumen, hat „Livealbum" Ernüchterndes parat, zum Beispiel den Auftritt vor Kindern in einer Bibliothek. Die Detailbeobachtungen, besonders menschlicher Verhaltensweisen, und der flüssige Stil machen das Buch lesenswert und lassen keine Langeweile aufkommen. Auch Christian Kracht taucht als koksender Autor auf, jener Dandy, der bei Harald Schmidt lieber nicht zu oft den Mund aufmachte, um ja nicht an seinem Image kratzen zu lassen. Sein Pulver tarnt er als Waschpulver, was dann abgeht, hat allerdings den unverkennbaren Hang zur Attitüde. Die beiden Jungautoren haben eben, aus gesicherten Verhältnissen kommend, doch nur wenig erlebt und werden hier zu saufenden Kumpanen stilisiert, denen jede echte Trinkfestigkeit und Sauf-Philosophie eines Charles Bukowski offensichtlich abgeht. Zwei Deutsche, die unanständig sind, um nicht immer spießig zu sein. Wenn man nichts anderes kennt, muss man als Autor eben seinen langweiligen Alltag beschreiben, das kann Stuckrad jedenfalls gut.