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4.0 von 5 Sternen
When we were kings, 9. Juli 2010
Heute kann man sich das gar nicht mehr vorstellen: wie es VOR dem Dotcom-Crash und VOR Nine/Eleven zuging. Als alles aufregend und neu und großartig war - Internet, Daft Punk, Air, Drogen und natürlich Popliteratur, damals noch kein Schimpfwort, sondern einfach nur das schriftliche Festhalten eines Lebens zwischen Apple-Rechner und Chillout-Zone. Und mittendrin: Benjamin von Stuckrad-Barre, der in seiner Mischung aus Unsicherheit und Größenwahn DER Vertreter einer Generation war, die hoffte, alles würde so weitergehen, einfach weiter, aber insgeheim ahnte, dass das dicke Ende noch kommen würde. Genau diesen emotionalen Zustand hält LIVEALBUM fest. Vordergründig verbrämt als Lesereise/ Autorentournee, beschreibt Barre den Höhepunkt einer Party. Doch wer genau hingeschaut, nimmt bereits die Auflösungserscheinungen war. Das konnte nicht gutgehen, und das ging es ja dann auch nicht: die alte Geschichte von zu viel Drogen. Heute ist Barre clean und schreibt auch so. Und LIVEALBUM ist nur noch die Erinnerung daran, dass dies mal anders war.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
normalität im anormalen, 22. Januar 2005
Von Ein Kunde
die erste lesereise- für den autor eine ganz neue erfahrung. er findet sich zwischen den erwartungen der medienwelt wieder ("sagen sie ruhig etwas freches") , die er bissig und geistreich in seinen Gedanken kommentiert, und seinen eigenen Erwartungen an die Medienwelt , die nach einem Einblick hinter die Kulissen enthüllen, wie stinknormal und langweilig es dort eigentlich ist (Busfahrt mit Uwe und Birgit). Hin und hergerissen zwischen Entertainmentzwang und Bodenständigkeit sucht er sein Heil im exzessiven Leben, Ablenkung und Betäubung. Benjamin von Stuckrad-Barre hat damit ein sehr modernes und brillant pointiertes Buch geschrieben, in denen die normalen Gedanken des Protagonisten in der anormalen Welt des Rampenlichts schon fast absurd wirken.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Pulver im Visier, 16. September 2002
Rezension bezieht sich auf: Livealbum. (Taschenbuch)
Der Stuckrad, inzwischen durch eine eigene Literatursendung auf MTV und durch Gastauftritte bei Harald Schmidt, für den er einst Gags geschrieben haben soll, zu einiger Bekanntheit gelangt, kann zweifellos schreiben. Für Autoren, die von Lesereisen träumen, hat „Livealbum" Ernüchterndes parat, zum Beispiel den Auftritt vor Kindern in einer Bibliothek. Die Detailbeobachtungen, besonders menschlicher Verhaltensweisen, und der flüssige Stil machen das Buch lesenswert und lassen keine Langeweile aufkommen. Auch Christian Kracht taucht als koksender Autor auf, jener Dandy, der bei Harald Schmidt lieber nicht zu oft den Mund aufmachte, um ja nicht an seinem Image kratzen zu lassen. Sein Pulver tarnt er als Waschpulver, was dann abgeht, hat allerdings den unverkennbaren Hang zur Attitüde. Die beiden Jungautoren haben eben, aus gesicherten Verhältnissen kommend, doch nur wenig erlebt und werden hier zu saufenden Kumpanen stilisiert, denen jede echte Trinkfestigkeit und Sauf-Philosophie eines Charles Bukowski offensichtlich abgeht. Zwei Deutsche, die unanständig sind, um nicht immer spießig zu sein. Wenn man nichts anderes kennt, muss man als Autor eben seinen langweiligen Alltag beschreiben, das kann Stuckrad jedenfalls gut.
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