Dass ein zweites Livealbum nach "Meltdown '98" eigentlich unnötig ist, war klar, aber auf "Live In London" gibt es erstmals ein (fast?) komplettes Konzert der Priester auf CD. Die Songauswahl ist wie üblich erste Sahne, und obwohl oft deckungsgleich mit der "Meltdown"-Scheibe werden auch einige Sachen geliefert, die man schon länger nicht mehr live gehört hat. Die Athmosphäre ist perfekt eingefangen, obwohl sich gewisse Personen im Publikum wohl mit den Pfiffen bei den neueren Songs nicht zurückhalten konnten. Hervorzuheben seien "Feed On Me", das bei der Ansage eher verhaltene Reaktionen auslöste, live aber ganz schön rockt und auch entsprechend belohnt wurde, "Burn In Hell" und wie üblich "Beyond The Realms Of Death".
Leider ist man, wenn man ein komplettes Konzert aufnimmt, vor Pannen nie gefeit - das zeigt sich z.B. bei "Touch Of Evil", das sich alles in allem irgendwie schief anhört, und "Diamonds & Rust", das hier nicht halb so genial klingt wie auf einem in meinem Besitz befindlichen Radiomitschnitt eines Konzerts aus Milwaukee. Ok, der Song ist gut gesungen, aber irgendwie schien der gute Owens in London nicht so richtig den Bogen rauszuhaben, wie man den Zuhörern eine Gänsehaut über den Rücken jagt.
Anhand dieses Radiomitschnitts ist aber auch zu belegen, dass auf "Live In London" so gut wie nichts nachbearbeitet ist, alles klingt fast genauso wie in Milwaukee, nur besser abgemischt.
Eigentlich hat diese CD fünf Sterne verdient, aber die Tatsache, dass hier innerhalb von ein paar Jahren die zweite Livescheibe mit fast identischer Songausahl auf den Markt geworfen wurde und der kleinen Pannen gibt's letztendlich doch nur vier.