Dieses Konzert ist so mit Nostalgie gesättigt (originaler Auftrittsort, Stammbesetzung, alles wie vor 40 Jahren), dass es entspannt und gelungen sein könnte. Bei zwei Singer-/Songwritern mit so einem Katalog möchte man meinen, das wird stellar. Ist aber nicht:
Carole und James haben offensichtlich zu wenig gemeinsam geübt. Die bei solchen Songs eigentlich zwingenden Duette fehlen weitestgehend, und wenn, dann klingen sie schief. Beide Künstler sind stimmlich völlig indisponiert, was mich bei Taylor, der eine schöne Stimme hat und diese normalerweise auch einzusetzen weiß, doch ziemlich wundert. Die Band spielt teilnahmslos und holperig dazu, es klingt wirklich wie eine Rentnerband, die zu wenig geübt hat. Und das mit Musikern wie Kunkel und Sklar, die hunderte von höchstklassigen Aufnahmen als Sessionmusiker hinter sich haben und zu meinen absoluten Favouriten an Drums und Bass gehören. Wäre da nicht das über jeden Zweifel erhabene Songmaterial. Wäre King nicht eine der besten Songautorinnen auf diesem Planeten. Es wäre zum Weglaufen. So bleibt eine Art "Best Of" aus dem Songbook zweier großer Künstler und ein völlig entbehrliches Live-Album.