Sonntag 14.10.1984 um 3 Uhr morgens beginnt einer der absoluten Höhepunkte in der gesamten Rockpalast - Geschichte: John Cale betritt mit seiner Band, David Young guitar, David Lichtenstein drums, Andy Heermans bass, die Bühne und liefert ein kolossales und denkwürdiges Konzert ab. Cale und seine Mitstreiter spielen als ginge es um ihr Leben. Das Konzert erreichte eine unglaubliche, selten erlebte Intensität. Von ruhigen, fast lyrischen Passagen bis zum Overkill, alles dabei. Cale gebärdet sich wie jemand der sich auf der schmalen Schneidefläche einer Rasierklinge bewegt und es tatsächlich schafft unverletzt zu bleiben. Unbedarfte dachten wahrscheinlich, der ist doch aus der Anstalt ausgebrochen und findet den Weg nicht mehr zurück. Ob die Zuhörer alle das Konzert unbeschadet überstanden, ist nicht überliefert. Das ist der Höllenwahn. Ich muss immer lachen, wenn ich Gruppen wie Rammstein etc. sehe/höre, denn im Vergleich zu Künstlern wie John Cale und solchen Konzerten, ohne jeden Schnickschnack, sind das traurige Langweiler mit der Intensität eines Honigkuchenpferdes.
Alle Studioversionen werden in der Qualität und Intensität klar übertroffen, hört euch Heartbreak Hotel an und ihr wisst Bescheid. Auf jeden Fall sollte sich jeder Musikbegeisterte, vorausgesetzt er steht auf besondere musikalische Ereignisse, diese DOCD kaufen, sie ist jeden Cent wert.
Übrigens: es sind alle Klassiker von John Cale enthalten.
Ein zusätzliches Schmankerl ist die zweite CD, die ein Jaht zuvor in Bochums Zeche aufgenommen wurde und quasi als Kontrastprogramm daherkommt, denn John Cale tritt hier ganz alleine an Piano und Gitarre auf. Sehr interessant und intensiv.