Es handelt sich hier um eine semioffizielle Bootleg-Aufnahme, die auch nicht von Sony stammt. Das Bootleg dieser Doppel-CD existiert in ähnlicher Qualität bereits seit Jahren. Wie auch immer Leftfield Media es geschafft hat, dieses zu vermarkten, entzieht sich meiner Kenntnis. Das Konzert wurde seinerzeit im Radio übertragen, so wie viele andere Konzerte von Springsteen auch, die dann später als durchaus gute Bootlegs zu haben waren. Daher das Wichtigste vorab: Die Sound-Qualität ist auf Disc 1 gut, auf Disc 2 akzeptabel. Vor allem bei dem über 18 Minuten langem NYC Serenade lässt sie dann doch sehr zu wünschen übrig. Im Vergleich zur Aufnahme des Hammersmith Konzerts (ebenfalls aus 1975) ist die Sound-Qualität hier aber schon deutlich schlechter.
Zum Konzert selbst: Die Aufnahme stammt vom Februar 1975, also lange bevor Bruce Springsteen der Boss war und auch noch bevor das Mega-Album "Born to Run" herauskam. Folglich wird der 08/15-Fan, der sich vor allem mit dem Springsteen aus Born in the USA identifiziert, wenig Freude haben. Hier die Setlist:
1. Intro
2. Incident on 57th Street (außergewöhnliche Interpretation mit Violine)
3. Mountain of Love (Cover)
4. Born to Run (fast so wie man es kennt)
5. The E Street Shuffle (sehr schön mit netter Geschichte von Springsteen)
6. Wings for Wheels (eine Frühversion von Thunder Road, mit etwas geändertem Text und Mary heißt hier noch Angelina;-)
7. I Want You (Bob Dylan-Cover, aber durch die Interpretation von BS ein völlig neuer Song)
8. Spirit in the Night
9. She's the One
10. Growin Up
11. Saint in the City
12. Jungleland (ohne das bekannte Sax-Solo, dafür mit Violinen-Solo)
1. Kittys back
2. NYC Serenade
3. Rosalita
4. 4th of July (Sandy)
5. A Love so Fine/Shout (frühere Version von So Young and in Love)
6. For You
7. Back in the USA
Die Stücke sind häufig an die 10 Minuten lang oder auch länger. Springsteen hat damals auch noch viel erzählt, das ganze Konzert ist teilweise sehr jazzig und ruhig.
Insgesamt ist die Doppel-CD rund 150 Minuten lang, nicht 109 wie auf dem gewöhnungsbedürftigen Cover steht. Solch ein Produkt zu bewerten ist nicht ganz einfach. Da es sich aber um ein Zeugnis der Musikgeschichte handelt, sollte es in keiner Sammlung eines Springsteen-Fans fehlen. Für die, die bereits das Bootleg haben, lohnt es sich aber nicht. Das beigelegte Booklet mit Sleevenotes von Andrew Muir ist ganz informativ. Wegen der nur befriedigenden Sound-Qualität gebe ich vier Sterne. Auch als Anreiz für das Management von Bruce Springsteen, endlich die zahlreichen Bootlegs offiziell zu veröffentlichen, wie Bob Dylan das mit seiner Bootleg-Series gemacht hat.