Vermutlich werden mich gleich ein paar Katie Melua Fans (bin selbst einer !) in der Luft zerreißen, vierteilen, oder mit "Nicht Hilfreich" - Stimmen bombardieren. Aber ich kann mich nach mehrmaligem, intensiven Hören der Live-CD folgendem Eindruck nicht erwehren:
Katie war überanstrengt. Oder müde. Oder kurz vor einer Erkrankung. Ihre Stimme klingt merkwürdig brüchig, zittrig und - jawohl ! - kurzatmig.
Ich habe Katie bereits auf zwei Konzerten live erlebt. In Nürnberg und in Meersburg. Kein einziges Mal, und bei keinem einzigen Song, wirkte ihre Stimme bei diesen Konzerten so zerbrechlich und zittrig, wie auf diesem Album, das ebenfalls von einem Live-Auftritt stammt.
Mein Fazit: auch Katie Melua ist nur ein Mensch. Sie gibt alles bei ihren Konzerten, versucht gesanglich das beste aus sich für ihre Fans herauszuholen, bis zur Erschöpfung.
Hier war sie erschöpft. Ausgepowert. Wer genau hinhört, kann die fehlende Kraft spüren. Lange Melodien und Töne werden nicht kraftvoll und intensiv aus der Tiefe gesungen, sondern zu Ende gezittert. Kraftlos, mit fehlendem Atem. Beinahe ängstlich erscheinen manche Passagen, als hätte sie Furcht, zusammen zu brechen. Will sich aber keine Blöße geben, denn sie steht live auf der Bühne, zusammengehalten und getragen von ihren Liedern, den sie umgebenden Musikern, die ihr die Kraft geben, das Konzert zu überstehen.
Dies ist keine Kritik an Katie Melua, ihr gebührt ob dieser Willensanstrengung meine Hochachtung. Für mich ist das Album eine Ergänzung meiner Katie-Sammlung, bei dem ein Gänsehaut-Faktor garantiert ist.