Also das nenne ich mal gutes Timing...passend zum Start der großen Europa-Tournee - bei der die DAVE MATTHEWS BAND übrigens auch endlich mal wieder auf Deutschland-Visite ist - gibt es für alle DMB-Fans das ideale Futter, um die Vorfreude um ein Vielfaches zu steigern. Der brandneue Live-Doppeldecker wurde im Dezember des vergangenen Jahres in der Casino-Metropole Las Vegas aufgenommen, und präsentiert den megasympathischen Sänger/Frontmann Dave Matthews erneut in bestechender Form. Zusammen mit seinem langjährigen Freund und Mitmusiker Tim Reynolds spielt sich Mega-Dave auch auf "Live in Las Vegas" in einen wahrhaften Rausch, bei dem jeder begeisterte Fan vor der heimischen Stereo-Anlage lauthals zu jubilieren beginnt, um gleichzeitig die ein oder andere Freudenträne zu verdrücken.
Wie auch auf den beiden vorherigen Unplugged-Scheiben "Live at Luther College" und "Live at Radio City" sind die zwei Musiker lediglich mit ihren Akustik-Gitarren bewaffnet, um das anwesende Publikum für knapp 140 Minuten in ihren Bann zu ziehen. Die Setlist umfasst dabei gleich 26 Stücke (!) , wobei die Song-Auswahl mal wieder allerbeste Sahne geworden ist. Besonders interessant sind hierbei natürlich die Nummern vom aktuellen Album "Big whiskey and the GrooGrux king", die die Fans bisher noch nicht in Akustik-Versionen bestaunen durften. Tja, und erwartungsgemäß reihen sich neue Songs wie die ruhigen "Lying in the hands of god" und "You & me", "Funny the way it is" , "Shake me like a monkey" (einfach grandios!) , der beschwingte Honkey-Tonk-Rocker "Alligator pie" oder das subtil groovende "Squirm" nahtlos in die Liste der restlichen Alltime-Classics ein, mit denen das Singer/Songwriter-Genie sich über die letzten 15 Jahre seinen weltweiten Ausnahmestatus mehr als verdient hat. Gottgleiche Songs wie "Two step" , "Dancing nancies" , "Grace is gone" , "Crush", "Eh hee" , "Grey street" , "Typical situation" , "Bartender" (fantastisch!) oder das brandneue "Little red bird" gehen einfach unter die Haut und bieten die perfekte Melange aus Rock, Folk, Jazz, Country und lässigen Pop-Sounds mit hohem Wiedererkennungswert. Mit "Oh" , "Save me" , "Stay or leave" und dem schlichtweg genial umgesetzten "So damn lucky" haben es natürlich auch einige Songs von Dave Matthews Solo-Album "Some devil" in die Setlist geschafft, die vor allem im Akustik-Gewand ihren wundervollen Glanz entfalten, und sich im Laufe der Jahre einen festen Stammplatz im Live-Repertoire der DAVE MATTHEWS BAND erkämpft haben. Als Dreingabe gibt es dann noch eine Vielzahl handfester Überraschungen, die man so sicherlich nicht erwarten konnte, die aber bei jedem Matthews-Auftritt das sprichwörtlliche Salz in der Suppe sind. Neben dem starken LED ZEPELLIN-Cover "Kashmir" und dem Reynolds-Song "Kundalini bonfire" wird u.a. der famose "Christmas song" (vom DMB-Debüt "Remember two things") ausgepackt, der heutzutage nur noch sehr selten zu Live-Ehren kommt. Gleiches gilt für den Uralt-Schmeichler "Loving wings", welcher sich ohne Umschweife in die Liste der Gänsehaut-Momente einreiht. Ohne Worte !!!
Egal wie man es dreht und wendet...ein intensiveres und warmherzigeres Konzert-Erlebnis kann es unmöglich geben, zumal Dave Matthews auch immer wieder den augenzwinkernden Entertainer gibt, und dabei den ein oder anderen lässigen Spruch parat hat. Das Publikum dankt es den beiden Akustik-Helden selbstverständlich mit enthusiastischem Applaus und lauten Jubel-Orgien.
Der neue Unplugged-Doppeldecker "Live in Las Vegas" ist somit mal wieder eine absolut runde Sache geworden, den sich alle eingefleischten DMB-Fans natürlich ungefragt ins Regal zu stellen haben. Als begeisterungsfähiger, weltoffener Musikliebhaber kann man sein Geld nun wirklich nicht lohnender investieren. 5 Sterne für knapp 2,5 Stunden allerbeste Akustik-Unterhaltung !!!