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Über ca. 41.30 Minuten bekommt man auf der ersten CD schon mal einen sehr guten Eindruck davon, was Musik auf höchstem Niveau ist.
Schon der erste Song "Treat Yo Mama" beginnt mit Improvisation, die Gänsehaut erzeugt bis der Song in sein ursprüngliches Ohrwurmelemt über geht. Angehaucht von fremdartigen Klängen, wird so ganz schnell aus einem 4.47 min. langen Stück eines um die 8 min.
Vier Songs der ersten CD stammen vom aktuellen Album "Sunrise over Sea", "Ocean", ein Instrumentalstück, hat seinen Stammplatz im Live-Programm vom John Butler Trio und glänzt hier in einer 11.36 min. Version.
"Somethings gotta give" hat einen ähnlichen Ohrwurmcharakter und Charme, wie die erst ausgekoppelte Single von "Sunrise over Sea",
"Zebra": Ein eingängiges Gitarrenriff, eine schöne Melodie, einen Refrain mit einfachem Wortlaut und fertig ist der perfekte Song.
Disc 2: 50.23 Minuten genießen und intensive Musik miterleben, heißt es hier. Der Song "Betterman" ist sicherlich einer der besten Songs von JBT und wird immer wieder gerne in Konzerte eingebunden, es gibt ihn mittlerweile ihn vielen verschiedenen Versionen und jede ist auf ihre Weise faszinierend, da sieht man mal, wie viel man aus einem einzigen Song machen kann. Die hier vorhandene Version von 16.43 min. wird sicherlich allen Anforderungen gerecht und zeichnet sich durch wunderschöne Gitarrenklänge aus. Und schon allein das tolle Drum- und Percussion Solo überzeugt. Die ganze Power dieses Songs geht aufs Publikum über und erzeugt eine entspannte und doch aufregende Atmosphäre, der sich niemand entziehen kann.
Zu all den Songs alleine, erfährt man auch von John Butler selbst einige Hintergründe zu der Entstehung der Songs, was dem ganzen eine sehr persönliche Note verleiht.
Trotz des hohen musikalischen Anspruchs kommen auch bei diesem Live-Doppelalbum die Zugänglichkeit und der Ohrwurmcharakter nicht zu kurz und es kann schon mal vorkommen, dass einem tagelang dieser eine Song, nicht mehr aus dem Kopf gehen will.
Es ist eigentlich alles vorhanden was Hits ausmacht und geht noch weit darüber hinaus. Das einzige, was vielleicht eben noch interessanter und wirkungsvoller, weil mitreißender ist, als ein JBT Album ist ein JBT-Livealbum, so wie dieses.
Trotz alledem lassen die großen Erfolge dieser außergewöhnlichen Band in Deutschland und Europa überhaupt, noch auf sich warten, obwohl die Band auch des öfteren hier zu Lande tourt. Wer die Möglichkeit hat, eines ihrer Konzerte mitzuerleben, sollte sich diese Gelegenheit keinesfalls entgehen lassen, denn erst wer diese Band live ge"hört" hat, weiß, was ein echtes Live-Konzert ausmacht.
Mit diesem Album hat man aber sicherlich auch schon seinen Spaß und kommt dieser Erfahrung um einiges näher.
Wer Abwechslung, Virtuosität, teils sehr kritische Texte, tolle Melodien, Riffs, Soli und eine mitreißende Atmosphäre in einem Mix aus Blues, Rock, Reggae, Roots und das alles live zu schätzen weiß, sollte hier auf alle Fälle nicht zögern zuzugreifen!!!
Vom Anspruch und der Leistung die hier live von John Butler (vocals, 11-string guitar, banjo, lapsteel, percussion), Michael Barker (drums, percussion, backing vocals) und Shannon Birchall (electric & double bass, percussion, backing vocals) geleistet werden, halten sie locker mit all den großen live Alben weltweit bekannter Bands mit und stecken einige davon noch in die Tasche.
Der Musikstil passt so richtig in keine Schublade, die traditionellen Einflüsse zwischen Südstaatensound und Blues sind aber nicht zu überhören. Ergänzt durch vereinzelte mittelöstlich-indische Anklänge entsteht ein komplexer Klangteppich der ganz besonderen Art, der von der einmaligen intensiven ("finger picking") Spielweise von John Butler lebt. Auch die Länge der Stücke mit bis zu fast 17 min (Betterman) unterstreicht den besonderen Charakter dieser Band.
John Butler, der Leadman der Band (Guitarre, Vocals), stammt urprünglich aus den USA, lebt aber heute wie die anderen Bandmitglieder in Australien. Dort ist JBT ein Megaact. Auch in den USA ist JBT keine Unbekannte mehr, hat die Band doch schon für Alternativelegenden wie die Dave Matthews Band als Opener ihre Lorbeeren verdient.
Die Musik von JBT sollte man unbedingt in der Liveversion hören. Das von mir gleichzeitig erworbene 'JBT Album "Sunrise over Sea" ist zwar auch klasse, aber der Livesound des St. Gallen Albums legt da noch mal kräftig was drauf.
Anspieltipps: die mitreissenden, groovige Treat yo Mama oder Company Sin, das schnelle fast angry gesungene Something gotta give, das eher sanft beginnende Peaches&Cream.
Wer auf gute, "ehrliche" guitarrenbasierte Musik jenseits des Mainstream Einheitsbreis steht, der sollte hier mal reinhören. Sehr wahrscheinlich, dass man mit dem John Butler Trio eine neue große Musikliebe entdeckt...
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