Tja, so ist es nun manchmal mit den sogenannten Wunderkindern, sie entwickeln sich nicht immer so wie erwartet. Ähnliches trifft auch auf Jonny Lang zu. Mit viel Vorschusslorbeeren in jungem Alter gestartet, mit der CD Smokin, die für mich damals schon überbewertet war, entfernte Johnny Lang sich immer weiter vom Blues und wurde gleichzeitig immer schwächer. Seine Veröffentlichungen triften immer mehr Richtung Soul, und zwar der schleimigen Sorte, nicht die eines Marvin Gaye, eher sowas wie Michael McDonald. Ob das alles gut ist für Jonny Lang, oder mehr Erfolg bringt, das weiss ich nicht. Was ich allerdings weiss, ist, dass es sich fürchterlich anhört. Man nehme als Beispiel das Stück Red Light, da kommen einen die Tränen, in Anbetracht dessen, was Jonny für ein Können besitzt. Das ist R & B übelster Chartqualität. Ich sehe hier einige Parallelen zu Robert Cray, der auch fulminant startete und dann, als Bluesmusiker, sang- und klanglos unterging. Es gibt zum Glück aber auch gegenteilige Entwicklungen zu erleben. Man sehe und höre sich nur mal die Karriere von Derek Trucks an, das nenne ich positive Entwicklung und überragendes Können !
Mit Blues hat das alles nur sehr, sehr wenig bis gar nichts mehr zu tun.