Das siebenköpfige Musiker-Kollektiv aus Neuseeland ist in seiner Heimat seit knapp zehn Jahren eine "Supergroup", in Europa eher ein Geheimtipp, allerdings mit Nachdruck ' denn wer einmal Fat Freddys Drop anheim gefallen ist, der outet sich schnell als großer Fan. Den musikalischen Output der Combo Genre mäßig einzuordnen, fällt echt schwer, da helfen nur so Wortschöpfungen wie vielleicht "Hi-Tech-Soul-Jazz-Reggae-Dub-Folk". Die tragenden Säulen ihrer Musik sind auf jeden Fall Reggae, Soul und Jazz. Aber ansonsten bleibt man nach allen Seiten offen. Elektronische Hilfsmittel und DJ-Sounds stellen sich zudem in den Dienst der Sache und treiben einen Song auch mal nach vorne. Nun haben wir es hier auch noch mit einem Live-Album, aufgenommen im legendären Londoner Roundhouse, zu tun. Und das ist echt ein Trip. Erinnert mächtig an die 70er, an so Session-Bands wie z.B. Sweet Smoke. Auch die XXL-Länge der Musikstücke, zwischen 10 und 16 Minuten, ist typisch Seventies. Es kommen einem legendäre Live-Platten wieder in den Sinn, von Manfred Mann's Earth Band, The Doors, Bob Marley & The Wailers, Stanley Clarke. Der Fat-Freddy-Sound hat auch diese psychedelic Jazz-Rock-Attitüde, ohne Rock zu sein. Ein sehr gelungenes und außergewöhnliches Live-Album (mit unpassendem Cover), bei dem die Instrumente wirklich harmonieren und man den Spielern den Spaß anmerkt. Hier steht Teamplay im Vordergrund, kein Solisten-Orgasmus. Man möchte sehr gerne selber dabei sein, sich ergeben und völlig fangen und fallen lassen.