Da sieht man's: einmal ist der herr morrison bei einem konzert ausnahmsweise nicht fett wie ein radierer (für nicht-österreicher: betrunken), und schon kehrt die band aus der emigration in resignation und lethargie zurück und spielt wild, frei und präzise drauflos. so ähnlich müssen die frühen doors im konzert geklungen haben: ausufernd, aber konzentriert improvisierend, stets bereit, den sprung ins unbekannte zu riskieren, aber so liebevoll aufeinander abgestimmt, dass immer alle im selben takt spingen.
dieses konzert fällt in zwei teile: in einen langen, abwechslungsreichen, kraftstrotzenden blues-block; und in das über 20 minuten lange, hypnotische, durch zahlreiche songzitate immer spannende und niemals geschwätzige "when the music's over". dann kommen noch "close to you", das durch den fast brüderlichen duogesang von ray und jim enorm profitiert, und ein anfangs ermüdet groovendes, bald aber nachdrücklich abhebendes "light my fire". dass dabei im studio getrickst wurde - 16 verschollene takte von rays solo stammen von einem anderen konzert - ist ein vertretbarer und anständiger, weil offen eingestandener kompromiss.
der sound ist leicht gatschig, nennen wir es "historisch". aber: der bis jetzt beste unter den zahlreichen konzertmitschnitten der gruppe. so klangen die späten doors an einem sehr guten abend.