Ach herrje, was soll man über die DAVE MATTHEWS BAND noch großartig schreiben ? Was soll ein CD-Rezensent blos machen, wenn er in seinen vorherigen Kritiken bereits alle Lobreden gehalten und sämtliche Superlative gebraucht wurden ? Eigentlich muss man nur immer wieder gebetsmühlenartig wiederholen, was für eine musikalische Klasse die Band doch hat, und das man als aufgeschlossener und begeisterungsfähiger Musikliebhaber unmöglich an der neuen Scheibe vorbeikommt. Tja, und das tue ich hiermit...
Denn es ist eigentlich unnötig zu erwähnen, dass die DAVE MATTHEWS BAND im Genre Rock/Pop seit Jahren das Maß aller Dinge, und darüber hinaus die (mit Abstand!) beste Live-Band der Welt ist !!! "Live at Piedmont Park" ist erneut ein fantastischer Konzert-Mitschnitt - diesmal aus Atlanta - , auf dem die Band um den multicharismatischen Frontman Dave Matthews alle Register ziehen kann. Spielerisch auf allerhöchstem Niveau, blendend gelaunt und dazu mit einer prall gefüllten Wundertüte genialer "Gute Laune"-Songs im Gepäck, brennt die DMB ein musikalisches Feuerwerk ab, das selbst dem Hörer vor der heimischen Stereo-Anlage das ein oder andere mal die Luft wegbleibt. Aber wen wundert's ernsthaft ? Großartige Song-Juwelen wie "Don't drink the water" , "Grey street" , "So much to say" , "Ants marching" , "All along the watchtower" , "Warehouse" , "The dreaming tree" , "Louisiana bayou" oder "One sweet world" (also Opener noch immer unerreicht!) explodieren förmlich vor musikalischer Finesse und "positive" vibrations" , und zwingen daher jeden eingefleischten DMB-Fan automatisch zum Kniefall. Das ist grenzenlos gute Rock/Pop/Jazz/Folk-Unterhaltung aus dem Bilderbuch.
Als neue Tracks werden dem Publikum diesmal "Eh he" , "Cornbread" sowie das coole "# 37" präsentiert, die bereits riesigen Hunger auf das hoffentlich bald erscheinende neue Album machen. Und als absolutes Bonbon hat die Band auch diesmal (mit Rashawn Ross, Warren Hayes und Greg Allman) wieder zahlreiche Gast-Musiker dabei, die einigen Songs stellenweise sogar noch einen kleinen Tick mehr Brillianz verleihen. Man höre einfach die sagenhaft gefühlvolle Coverversion von "Melissa" (Allman Brothers)...und ihr wisst, was ich meine.
Als einzigen Wehrmutstropfen dieses rund 150minütigen Konzert-Mitschnitts (3 CD's) kann man eigentlich nur erwähnen, dass auch in Atlanta einige DMB-Klassiker nicht gespielt werden konnten, die eigentlich unentbehrlich sind. Diesmal blieben u.a. "Bartender" , "Satellite" , "When the world ends" , "Grace is gone" und "Tripping billies" unberücksichtigt. Aber das ist nun mal der Luxus, den sich die DAVE MATTHEWS BAND mittlerweile leisten kann...nein, den sie sich sogar leisten muss !!! Denn keine andere Band kann auf ein sooo reichhaltiges Repertoire zurückgreifen, und bei Konzerten sooo aus den Vollen schöpfen. Die Band könnte wahrscheinlich an jedem Abend fünf Stunden spielen...und trotzdem würden dem einen oder anderen eventuell etwas fehlen. Aber sind wir doch mal ehrlich. Wenn die Band mit derart atemberaubenden Versionen von "You might die trying" und "Two step" (ohne Worte!) überzeugen kann, ist selbst die letzte Kritik schnell verstummt. Ich bin sprachlos. Zugreifen !!!