Ein Auftritt beim Jazz-Festival im Schweizer Nobelort Montreux zählt zu den Wunschzielen jedes Jazzers. Der schwedische Blasebalg Nils Landgren donnerte am 17. Juli 1998 über die Bühnenbretter. Mit seiner fünfköpfigen "Funk Unit" fegte der Soul Brother durch Joe Zawinuls "Mercy, Mercy, Mercy" oder den Dauerbrenner "Compares To What?" Handwerkliche Finesse paart sich bei Landgren mit Leidenschaft. Und wer den Posaunisten live erlebt hat, weiß um die Windstärke seines Blechspiels. Alter Schwede, was für ein Groove! ** M: 7-8
Es muß so eine Vorahnung gewesen sein. Als Nils Landgren am 17. Juli 98 die Bühne der Miles Davis Hall betrat, liefen die Bänder. Denn die Plattenfirma ACT hatte es veranlaßt, daß das Konzert der Funk Unit beim 32. Montreux Jazz Festival mitgeschnitten wurde. Und tatsächlich - hoch motiviert ob der Erfüllung eines lang gehegten Musikertraumes -, spielten der schwedische Posaunist und sein Quintett am Genfer See besser denn je. Kraftvoll und geschmeidig schmettert Landgren seine Linien, funky und humorvoll antwortet ihm Per Johansson am Saxophon. Trocken phrasiert die Gitarre, pointiert glöckelt das Fender Rhodes, geerdert groovt die Rhythmusgruppe. Alles paßt, und das Publikum tobt. "Live in Montreux" ist ein Album in der Maceo-Parker-Klasse. Wenn nicht gar drüber.
Was Nils Landgren hier mit seiner Funk Unit abliefert ist eine sehr gute Platte und ihr Geld wert. Ich habe das Konzert im TV gesehen und sofort nach dieser Platte gesucht. Jetzt habe ich sie und muß sagen, daß es ein sehr gutes Stück Musik ist. Sehr gut aufgenommen und abgemischt( was bei Live-Platten oft nicht der Fall ist). Sie bringt die Liveatmosphäre, die an diesem Tag vorherrschte sehr gut rüber. RESPEKT!!!