Die CD ist von tadelloser Klangqualität, der Gesang des "späteren Gillan" ist hier (1996) noch o. k., Steve Morse an der Gitarre herausragend und der Rest der Truppe (Glover, Paice, Lord) ohnehin über jeden Zweifel erhaben... einige Songs in netten Neubearbeitungen - also nix zu meckern.
Im einzelnen: "Fireball" beginnt für meine Ohren noch etwas dumpf - später klingt's dann besser. Die Stimme packt es hier noch nicht so ganz, das erste Morse-Solo ist auch irgendwie etwas seltsam - spätestens Jon Lord bringt die Sache dann aber in die Spur und der Start ist damit letzlich gelungen. "Ted the Mechanic" ist songwritermäßig etwas simpel, groovt aber ordentlich. "Pictures of Home" bietet geniale Solo-Parts beinahe aller Bandmitglieder - hervorragend! Bei "Black Night" vermisse ich -trotz durchaus toller und teilweise fast "jazziger" Parts von Steve Morse- doch ein wenig Ritchie, seine Tremolo-Arbeit und seinen ganz eigenen Stil. "Woman von Tokyo" ist sensationell gelungen, "No One Came" stampft und groovt und pumpt, dass es eine wahre Freude ist, Jon Lord's geniales Intro veredelt den Slow Blues "When a blind Man Cries", den aber auch Steve Morse noch auf's schönste aufhübscht. Hier gefallen mir auch Ian's Vocals am besten. "Hey Cisco" ist ein veritabler Metal-Fetzer mit ordentlich Härte, vielleicht etwas zu banal, um vor dem herbei gesehnten "Speed King" genügend Aufmerksamkeit auf sich ziehen zu können. Diese Nummer gerät dann aber nicht ganz soooo genial, weil stimmlich halt doch nicht mehr alles so überragend ist wie damals in den seligen 70ern... trotzdem ordentliche Darbietung. "Smoke on the Water" mit dem Spannung steigernden Jon Lord Piano-Intro gefällt mir sehr gut - schöner als einfach nur die 1.000 mal gehörte Nummer unverändert wiederzukäuen.
Mein persönlcher Liebling ist dann der 1. Bonustrack "Sometimes I Feel like Screaming" - diese träumerischen Gitarrenparts können süchtig machen! "Fools" mit über 9:30 min. zum Ende ist mir vielleicht ein wenig zu viel "Zuckerbäckerstil" - etwas zu artifiziell und schnörkselig - wohl Geschmackssache und sicherlich nicht reizlos.
Technischer Makel meiner Scheibe: Die Trennung zwischen Tracks 8 und 9 ist leider schon ca. 10 sec. vor Ende des 8. Titels - bei Einzel-Anwahl nervt das.
Insgesamt eine wirklich tolle Live-Scheibe, die ich so bei 4 1/2 Sternen sehe - natürlich gibt's hier einen "Nostalgie-Bonus" und die Aufrundung auf 5.