Nachdem der Oberindianer (Udo brachte Staatsoberhaupt Erich Honecker einmal ein musiklisches Ständchen - "Sonderzug nach Pankow") der damaligen DDR endlich abdanken mußte und die Mauer fiel, nutzte unser geliebter Oberpaniker die Gunst der Stunde und reiste mit dem etwas verjüngten Panikorchester ( u.a. Lucas Hilbert am Bass, Kieran Hilbert - Gitarre, Karl Allaut - Gitarre, Hendrik Schaper - Keyboards, Frank Oberpichler - Piano und Jean Autret - Schlagzeug + 3 Backinggroundsängerinnen) zu seiner zweiten Paniktour in den damaligen Hammer und Sichel Staat ein. Das Konzert in Leipzig ließ der Altmeister des Deutschrocks gleich für die Ewigkeit mitschneiden. Und das war auch gut so:
Udo bringt eine gute Mischung aus neueren und älteren Panikperlen unter das Volk! Für die Fans aus den 70iger Jahren (in Udos Frischhaltebeutel immer noch jung geblieben) gibt es Cello, alles klar auf der Andrea Doria, Honky Tonky Show, Boogie Woogie Mädchen, Wir wollen doch nur zusammen sein (Mädchen aus Ostberlin). Aber auch die 80iger Jahre kommen nicht zu kurz: Der mit Airplayverbot belegte Song "Die Klavierlehrerin" ist ebenfalls zu hören wie der Antinazisong "Sie brauchen keinen Führer", das flotte "Reeperbahn 90" oder "Bunte Republik Deutschland". Die verjüngte Panikband gibt dem Sound einen richtig frischen Panikwind und als dann Udo noch so richtig den Hardrockhammer herausholt in Songs wie "Hallo DDR" oder "Die Heizer kommen" (starke Version), wird es einem als alten Panikrockfan so richtig warm um das Herz. Natürlich gibt es dann noch mit "Goodbye Sailor", "Horizont", "Ich lieb Dich überhaupt nicht mehr" eine ordentliche Portion Herzschmerz dazu. Besonders positiv zu vermerken ist, das Udo viele der Songs in sehr eigenen Liveversionen präsentiert und nicht versucht, Sound und Ablauf der Studioaufnahmen 1 : 1 live zu kopieren.
Fazit:
Ein starkes Livealbum von Udo, das an die Livealben "Livehaftig" und "Intensivstationen" anknüpft. Für Lindenbergfans ein Muß und für Neueinsteiger bietet die Scheibe einen klasse Überblick über die Schaffensphase des Panikers in den 70iger und 80iger Jahren.