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Das zeigt sich schon im ersten Stück, der Sonate für Cello und Klavier von Chopin: mit welch blindem Verständnis die beiden dort agieren, sich nahtlos die Melodie-Linie übergeben und doch in jedem Moment so spontan und unbefangen spielen, als entdeckten sie das Stück zum ersten Mal, ist eine wahre Freude. Argerichs impulsives und brillantes, mit vielfältigen Rubati elegant kolorierendes Spiel findet in Maisky einen engagierten und leidenschaftlichen Partner; dies braucht er auch, um sich richtig entfalten zu können. Im Vergleich mit der Einspielung von Argerich und Rostropowitsch (DG) wird deutlich, wie sich das Spiel der Argentinierin fortentwickelt hat - es ist um vieles flexibler, differenzierter geworden, ohne im mindesten an Brillanz verloren zu haben. Auch das Zusammenspiel mit Maisky wirkt wesentlich natürlicher als in der Studioaufnahme - was wieder einmal beweist, daß Martha Argerich vor allem im Konzert zur Höchstform aufläuft. Dabei läuft sie nie Gefahr, klanglich das Cello mit dem Konzertflügel an die Wand zu spielen, sondern findet immer die richtige Balance mit Maisky - was vielleicht diejenigen erstaunt, die nur ihre Solo-Aufnahmen kennen. Beeindruckend ist auch, mit welch technischer Perfektion beide spielen, wenn - wie im Booklet erwähnt - keine Retakes stattgefunden haben.
Die folgende Sonate von César Franck ist ein Paradestück der Pianistin und ist eigentlich eine Adaption der Violinsonate, von der sie vor kurzem einen phänomenalen Live-Mitschnitt mit Perlman (EMI) veröffentlicht hat. Auch mit Maisky ist das Stück unheimlich ausdrucksstark gelungen - vor allem der erste Satz, aber auch der furiose Beginn des zweiten beweist, daß hier zwei Ausnahmetalente mit nahezu unbegrenzten manuellen und musikalischen Möglichkeiten miteinander (und nicht gegeneinander) spielen - mit einem für Argerich typischen Hang zu sehr schnellen Tempi, was jedoch dem Detailreichtum nicht den mindesten Abbruch tut. - Das setzt sich mit der Debussy-Sonate fort, deren letzter Satz vor allem für den Cellisten ein hartes Prüfstück ist. Die irisierenden impressionistischen Klangbilder, die die beiden heraufbeschwören, können blitzschnell zwischen in sich ruhender Gelassenheit und explosiver, vulkanartiger Virtuosität wechseln. Auch bei der Zugabe zeigen beide die nötige Brillanz und runden diesen einmaligen Kammermusikabend spektakulär ab. - Das ausführliche Booklet und der vorzügliche Klang machen diese CD zu einem Muß nicht nur für Fans der Kammermusik!
die vorliegende Aufnahme ist das Ergebnis eines Livemitschnitts eines Konzerte aus Japan. Maisky und Argerich legen hier eine Interpretaion hin, die mehr von Spontanität geprägt ist als von stundenlangen Proben. Maiskys Bruder beschreibt in dem mehr als ausführlichen Booklet, wie sich die Zusammenarbeit der beiden in den vergangenen 25 Jahren entwickelt hat. Interessant ist, daß beide auch für Musiker auf solch hohem Niveau sehr wenig Proben brauchen. Ob dies der Musik zugute kommt, mag für viele zweifelhaft sein. Ich finde jedoch, daß nur so diese frische, überzeugende und denkwürdige Aufnahme entstehen konnte, die bei Anhängern der beiden absoluten Kultstatus erreichen wird. Einzig störend ist der vielleicht etwas zu satte Aufnahmeklang.
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