Lange vor der "Led Zeppelin"-Reunion anno 2008: Jimmy Page "zwickt's", der Meister braucht dringend musikalische Betätigung. Alkohol und Heroin (weitgehend) überwunden, besinnt er sich auf seine Fähigkeiten: das Gitarrespielen, das habe ich ja einmal gekonnt.
Nur, kann ich's noch immer?
Er konnte.
Und gerade die Paarung mit den Southern-Blues-Brüdern der "Black Crowes" sollte zeigen, was noch in Page steckt: die Truppe groovt, was das Zeug hält:
* Mr. Robinson haut ganz schön rein. Von der Stimmlage her ganz gut mit Robert Plant zu vergleichen, gibt er allerdings mehr den Harten - das typische Wehklagen eines Plant bringt er nicht hin. Braucht er aber auch nicht: Live klingt seine Interpretation gerade richtig.
* Die Crowes insgesamt können natürlich musizieren, ohne Zweifel. Sie schaffen das bluesige Gerüst, auf dem sich die LZ-Klassiker bestens emporreben können.
* Maestro Page: ohrenscheinlich nicht mehr der Jüngste (die Lead zu "In my time of dying" ist doch arg "dünn" und daneben, auch das (natürlich extrem anspruchsvolle) Solo zu "Heartbreaker" ist arg misslungen), hält er allerdings trotz kleiner Abstriche die Fahne des Rockgottes alter Provenienz hoch: Klassiker wie "Celebration day", "Ten years gone", "Out on the tiles", natürlich "Whole lotta love" und - vor allem! - "Sick again" (ein Song, wie für das Organ von Robinson geschaffen!) funktionieren ganz prächtig!
Was besonders erfreut, ist, dass hier live (und das übrigens wirklich: glücklicherweise wurde hier offensichtlich das Rohmaterial nicht studiomäßig "bearbeitet") und mit einer präsenten Spielfreude nicht die ganz großen Hits von LedZep, sondern vielmehr Kleinode aus dem versteckteren Bandbestand zelebriert werden: "Stairway" etwa wird man vermissen, "Achilles Last Stand" ebenso. Nur: Hätte ohne Plant wohl ohnedies nicht funktioniert, daher gut so.
Ein Dank dieser Koppelung für zwei Stunden nacherlebtes Glück: Jawoll!