Es gibt zwei Möglichkeiten, auf diese CD zu reagieren. Aus der Sicht des Zeitgeistes ist sie durchaus verzichtbar. Jahrzehntealte Blues-Standards sind durchmischt mit eigenen Songs, die er schon auf dem 86er wesentlich frischer auf den Tisch gebracht hat. Man denkt, der Mann habe seine Textzeile "I called my friend Jack Daniels and his partner Jimmy Beam" durchaus verinnerlicht. Die andere Möglichkeit - man ist ein boring old fart, der George schon seit seinem "Madison Blues" liebt. Dann fängt schon nach 10 Sekunden der Fuss zu zucken an und kurz darauf hat es den ganzen Körper erfasst. Mühsam muss man sich beherrschen, nicht auch noch die Luftgitarre zu spielen. Ungetrübte Spielfreude kommt da von "Who do you love" bis "Bad to the bone" auf, nur leicht getrübt von einem zu weit nach vorne gemischten Saxophonisten. Ansonsten spielt George seine Slide-Gitarre noch immer , als wäre der Leibhaftige hinter ihm her und die Destroyers geben adäquaten Flankenschutz bei den Riff-Attacken. Also nichts für Freunde der Chemical Brothers oder von Portishead, aber ansonsten noch immer "One bourbon, one scotch and one beer" wert.