Das erstklassige Live-Album erschien im Sommer 1971, als sich "Free", die noch im August 1970 Headliner beim "Isle Of Wight-Festival" gewesen waren, im Mai 1971 aufgelöst hatten. Das Album bestand ursprünglich aus 7 Live-Takes und am Ende des Albums einem Studio-Take, dem schönen "Get Where I Belong".
Die Live-Titel sind alle eine Klasse für sich, denn "Free" waren eine beeindruckende Live-Band und jeder der vier Musiker für sich gesehen ausgezeichnet.
Richtige Highlights kann man wegen der hohen Qualität der Titel eigentlich nicht hervorheben, es ist halt eine Geschmacksfrage des Einzelnen. Mir gefielen immer am besten das "Booker T & The MG's"-Cover "The Hunter", "Mr. Big" mit einem Bass-Solo von Andy Fraser, das der geschickt in das Gitarrenspiel von Paul Kossoff einflechtet, "Fire And Water" und "Be My Friend".
Von "All Right Now" gibt es hier eine Alternativ-Version, die ich persönlich besser finde, als die ursprüngliche Live-Album-Version, weil ich das Gitarrenspiel von Paul Kossoff bei der Album-Version immer als etwas unkonzentriert und leicht fehlerhaft empfunden habe; bei der Alternativversion spielt er das markante Riff des Titels präziser und das Zusammenspiel der Band insgesamt finde ich auch bei dieser Version besser. Aber auch das ist individuell eine Frage des Geschmacks.
Die Bonustitel und Alternativ-Versionen sind allesamt gut und damit eine erfreuliche Ergänzung zu dem seinerzeit zwar guten, aber leider auch recht kurzen Albums (Laufzeit jetzt rd. 77 Minuten). Die Klangbehandlung hat den Aufnahmen in diesem Falle wirklich gut getan, weil der Sound zu der Vinylausgabe erfreulich zugelegt hat.
Das Booklet ist mit nur sieben Seiten leider etwas kurz, es enthält ein paar kurze Info's zu den Konzerten und einige Live-Fotos der Band. Die Artwork entspricht vom Druck her dem Originalalbum von 1971, wobei das seinerzeit als Briefumschlag gestaltet war und man das Platten-Cover zur Herausnahme der LP hinten auch wie einen Briefumschlag öffnen konnte.
Free tat sich Anfang 1972 noch einmal zusammen für einige weitere Alben in wechselnder Besetzung, aber etwa Mitte 1973 war dann endgültig Schluss. Paul Rodgers und Simon Kirke gründeten mit Boz Burell (b) und dem Ex-"Mott The Hoople"-Guitarist Mick Ralphs die äußerst erfolgreiche Band "Bad Company", die sehr schnell zum Headliner großer Festivals und Stadium-Act aufsteigen sollte. Aber das ist ein anderes Thema.
Aber wenn man von "The Free" spricht, sollte man zumindest "Free Live" und
Fire and Water sein eigen nennen, weil die erstens die erfolgreichsten Alben der Band waren und zweitens beide sehr gut sind. Als Alben nicht verpassen und nur zu empfehlen!