als rory-gallagher-neuling mache ich, was ich immer tue, wenn ich wen entdecken will: ich besorg mir die live-alben - zumal dies im fall gallaghers hier auch ausdrücklich empfohlen wird.
mir ist schon klar, dass gallagher inzwischen heilig gesprochen wurde und kritik an ihm unter seinen anhängern als sakrileg gilt, aber ich werde dennoch versuchen, meine subjektiven eindrücke sachlich zu schildern.
das ist ein blues-album. und zwar ausgesprochen weißer, also richtung rock strebender blues, durchtränkt mit erinnerungen an irischen folk, sehr heftig, sehr impulsiv, ohne politur, auch sehr trunken klingend.
gallagher spielt hier fantastisch emotional gitarre, stellenweise schlampig, aber immer sehr interessant, auch, weil er typische hendrix-licks ansatzlos mit slidegitarren-phrasen kombiniert.
der gesang erinnert mich hier stark an hendrix (auch ein bisschen an phil lynott), die phrasierungen haben etwas gebelltes, kurzatmiges, das lässt sich wohl nicht vermeiden, wenn man neben dem singen ziemlich schwierige sachen auf der gitarre raushaut.
fazit: fantastisch authentisch und echt - auf die dauer wirkt hier das ewige abklopfen der gleichen blues-strukturen auf mich ein ganz klein wenig ermüdend. aber nur ein ganz klein wenig.