Dem Fernsehpublikum gefriert das Blut in den Adern. Ein
landesweit bekannter Immobilienunternehmer steckt sich
vor laufender Kamera - Live! - eine Knarre in den Mund und
drückt ab. Als kurze Zeit später ein hochrangiger
Politiker ebenfalls im öffentlichen Mediengewitter Selbstmord
begeht kann Kommissar Kostas Charitos, der auf Genesungs-
urlaub zuhause in den Fängen seiner Frau hängt, nicht länger
tatenlos zusehen.
In geheimer Mission taucht er ein in die Welt der Immobilienhaie,
spürt nach alten Seilschaften und neuen Korruptionsfällen, und lässt
dabei eine Menge Schweiss auf dem Sitz seines museumsreifen
Autos, wenn er in der sommerlichen Hitze Athens kreuz und quer
durch die Stadt fährt.
Kostas Charitos ist die griechische Antwort auf Commissario Brunetti.
Ganz wie sein italienischer Kollege, bedächtig ermittelnd,
mit viel Verständnis für die Sorgen des kleines Mannes,
klärt er seine Fälle auf.
Beide teilen sie die Liebe zu einem guten Essen und eine Kollegin,
die sich am PC auskennt und gute Kontakte hat.
Das Setting ist wunderbar. Schnell fühlte ich mich wie ein willkommener
Freund am Küchentisch des Kommissars und habe mit ihm über
die erdrückende Hitze und Frau gestöhnt.
Die Geschichte jedoch hat einen Glaubwürdigkeitshaken,
den ich beim besten Willen nicht herunterschlucken konnte.
Deshalb kann ich diesem Krimi auch nur vier Sterne geben.