Nicht jedes Album der 'Frau' Dee ist gut. Dieses jedoch ist hervorragend: Mit satten 15 Liedern (und kein schwaches darunter) bietet dieses Album in 68 Minuten, Unterhaltung nicht nur in musikalischer, sondern auch in intellektueller und humoristischer Sicht. Wahrscheinlich ist das der Grund warum dieses Album besonders lustvoll ist zum zuhören: der Humor beißt, sitzt, feuert, entweder in ihren spontanen komödiantischen Einlagen wie in 'Tristesse, wer immer das auch ist', oder in ihrer hysterisch-humoristischen Interpretation von Bizet's Carmen; das Melancholische auf diesem Album scheint zeitlos vor allem bei den Stücken 'Manchmal weine ich'und auch 'Elegien'. Die direkt danach folgende Erzählung 'Die Geschichte der Tränen' ist nicht nur eine wunderschöne metaphorische Erzählung vom tschechischen Autor Laszlo Darvas, aber auch ein gigantisch großer Plus Dee's, Intellekt und Gefühl ansprechen zu können. Ihr Repertoire streckt sich von Kompositionen mit ihrem jahrelangen Pianisten Terry Truck, zu Randy Newman's 'I'll be home' über zu Goethe's 'Erlkönig' mit dessen Komposition von Schubert, und endet dieses Album mit 'Ja, die Liebe, von Bizet. Man will geradezu mit dem Berliner Publikum mitapplaudieren. Superklasse.