Produktinformation
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| Disk: 1 | |||
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| 1. Be Your Husband | |||
| 2. Lover, You Should've Come Over | |||
| 3. Mojo Pin | |||
| 4. Monologue - Duane Eddy, Songs For Lovers | |||
| 5. Grace | |||
| 6. Monologue - Reverb, The Doors | |||
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| Disk: 2 | |||
| 1. Monologue - Nusrat, He's My Elvis | |||
| 2. Yeh Jo Halka Saroor Hae | |||
| 3. Monologue - I'm A Ridiculous Person | |||
| 4. If You See Her, Say Hello | |||
| 5. Monologue - Matt Dillon, Hollies, Classic Rock Radio | |||
| 6. Dink's Song | |||
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| Disk: 3 | |||
| 1. Interview With Jeff Buckley (DVD Video) | |||
| 2. The Way Young Lovers Do (DVD Video) | |||
| 3. Kick Out The Jams (DVD Video) | |||
| 4. New Year's Eve Prayer (DVD Video) | |||
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Da war also einer, der mit ungeheurer Emotionalität (und stimmlicher Oktavengewalt) an sein Werk ging, für kurze Zeit nur, wie eine Sternschnuppe, hell leuchtend und wieder verschwindend, am Rockhimmel sichtbar. Posthum verklärte sich das Bild des Mannes und wird wie so oft ins pathetisch mystische gezogen.
Manchmal hörte man auch den Vorwurf Mary Guibert (Jeffs Mutter) wäre nur am Ausverkauf ihres Sohnes interessiert, was ich hiermit mit Verlaub als Quatsch bezeichnen möchte. Vielmehr schaffte sie durch ihr Engagement einzig und allein einen Beitrag zu dem, was ihrem Sohn verwehrt geblieben ist, nämlich ein Werk. Und zwar bevor das irgendwelche, tatsächlich vorrangig am Kapital-Jeff Buckley interessierten Kräfte tun. Nun liegt eine „neue" posthume Buckley-Veröffentlichung vor.
„Live at Sin-e" ist praktisch die erweiterte Fassung der bereits 1993 erschienenen gleichnamigen 4-SongEP, und umfasst 2 CDs, die insgesamt 160 Minuten Spieldauer auszeichnet. Eine limited Edition ist zusätzlich mit einer DVD ausgestattet, welche Auszüge aus späteren Auftritten im Cafe „Sin-e" und ein Interview mit Jeff Buckley enthält. Alle Aufnahmen stammen aus den Monaten Juli bzw. August 1993.
Nachdem Buckley zu Beginn der Neunziger von Kalifornien in „sein Mekka" New York zog, und mit Gary Lucas „gejamt" hatte („Songs to no one 1991-1992" ist 2002, als ein Dokument dieser Zusammenarbeit, erschienen), spielte er eine Vielzahl von kleinen Auftritten in meist winzigen Klubs und Cafes in Lower Manhatten. Er hatte kurz zuvor einen Plattenvertrag bei Columbia unterschrieben, wollte aber versuchen, nicht auf plakatives und „aggressives" Vorgehen, bei der Entwicklung seiner Musik/Karriere zu setzen.
Less is more. Oder im falle von "Sin-e": Keep it small.
Eigenes Material war vielfach erst in der Entwicklungsphase. Oft entstiegen Buckley-Songs einem Gedicht. Metamorphose vom Poem zum Song. Am Ende waren die Texte der Lieder oft wohl nur noch eckpfeilerhaft mit dem „Ausgangsgedicht" verwandt. Die logische Konsequenz: der Großteil des Materials bestand aus Coverversionen.
Was bei den vorliegenden Aufnahmen für zusätzliche Gänsehaut sorgt, sind die Zwischen-den-Songs-Ansagen- bzw. Monologe, in denen sich der Künstler äußerst humorvoll über Dies und Das (vornehmlich Musik) Gedanken macht und so scheinbar den posthumen Mystifizierungen lachend ins Gesicht spuckt.
Ein junger Mann voller Lebenslust und Tatendrang, glücklich verliebt (in Rebecca Moore, eine New Yorker Avantgarde-Künstlerin und Sängerin) und auf dem Weg sein eigenes Können auszuloten und seinen eigene(n) Sound/Band zu formen. Er war kein verzweifelter Schmerzensmann, wie so oft vorschnell behauptet wird. Die Beziehung zur eigenen Herkunft (Vater Tim Buckley, ebenfalls frühverstorbener Folk- und Jazzsinger/Songwriter, jedoch ohne stärkere Bindung zum Sohn) zwar wohl noch nicht gänzlich geklärt oder aufgearbeitet, aber wohl auch kein Dämon der schwer auf ihm lastete. Vielmehr frei im Erproben der eigenen Mittel.
In diesem kleinen irischen Cafe kamen übrigens eines Abends auch seine späteren Bandmitglieder vorbei und beschlossen, Jeff Buckley ihre Zusammenarbeit anzubieten. Überhaupt absolvierte Buckley im „Sin-e" den größten Teil seiner Auftritte als Solokünstler in New York und „versüßte" dort auch diverse Silvesterabende.
Es ist alles da. Ein Lied, die Gitarre und vor allem die Stimme. Mehr brauchte es nicht bei Buckleys Interpretations- und Umsetzungsgabe. Der Song als Spielball. Mal straight interpretiert, mal auseinandergenommen und wieder spontan zusammengebaut. Wunderschön lässt sich also auf dem Album beobachten, welche Künstler besonders stark Einfluss auf ihn hatten. Eine Coverversion seines Helden, des ebenfalls 1997 verstorbenen pakistanischen Sängers Nusrat Fateh Ali Khan, steht hier durch die augenzwinkernde Interpretation an vorderster Stelle. Weiters sind Songs von Dylan- wunderschön zum Beispiel „I shall be released" oder „If you see her, say hello"-, Led Zeppelin oder auch von Nina Simone und Van Morrison enthalten und bekommen von Buckley ein neues Antlitz verliehen, werden ganz zu seinen eigenen Songs.
Natürlich spielte er auch schon damals die meisten seiner eigenen Nummern, die später auf „Grace" erschienen waren. Allen voran das eingangs bereits erwähnte „Eternal Life", mit der ersten Zeile: „Eternal life is now on my trail, got my red glitter coffin, man- just need one last nail...". Nach der Liebe war der Tod und eine damit verbundene „Keine Angst vor Nichts und Niemand"-Euphorie immer wieder zentrales Thema. Voller Einsatz, ohne Angst davor auch mal übers Ziel hinauszuschießen. Einer, der wusste er musste seine Grenzen hinter sich lassen, um etwas Eigenes zu schaffen. Auf der Bühne sowie abseits davon. Und einmal war es eben der falsche Moment...
„Sin-e" zeigt den Einsatz und diese Bereitschaft auf beeindruckende Art und Weise. Die Songs gehen ganz tief rein und heben eine(n) dann doch wieder empor. Insgesamt eine Interpretationsdemonstration „for the lovers".
Für Jeff Buckley Fans also ein Muss. Für alle anderen wäre diese Platte wohl der beste logische Einstieg in sein Schaffen. Und für mich ist es ein neuerlicher Ansporn das Glück herauszufordern.
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