als ob nine inch nails nicht ohnehin schon grandios wären, so beweisen sie es uns hier in live und auf cd erneut. und vorneweg: wer die deluxe-edition mit der "still"-cd nicht abgegriffen hat... haha... da haben sie wohl pech gehabt. denn eben dieser zweite teil von "and all that could have been" macht das werk erst vollkommen - und zwar durch den kontrast.
aber der reihe nach und somit zum live-teil: dieser bietet einen gekonnten durchschnitt durch die band-historie und weiß - wenn überhaupt - lediglich durch das fehlen von den persönlichen lieblingssong zu enttäuschen, denn hauptsächlich werden die hits präsentiert. diese aber dafür umso fulminanter, was besonders bei den songs von "pretty hate machine" auffällt. gerade "terrible lie" und "head like a hole" kamen mir persönlich auf dem studio-album von '89 immer etwas zu schwach auf der brust entgegen. live wird dieser lapsus endlich wett gemacht und man kann sich an der den songs gebührenden härte erfreuen, aber auch ruhige stücke funktionieren live sehr, wie z.b. das zwischenstück "the frail".
und weil der songtitel so schön passt, kommen wir zu "still", der zweiten cd der deluxe-edition, die ausschließlich in den usa auch separat zu erwerben ist (nach meinem kenntnisstand). dieser zweite teil stellt mit seiner ruhe das live-konzept völlig auf den kopf. "something i can never have" und "the fragile" wirken, als würde trent sie für die treuesten fans im kleinen zimmer spielen und besonders der erstgenannte song schwankt stetig zwischen ruhe und sturm, zwischen gelassenheit und wahnsinn. stücke wie "the persistence of loss" und "leaving hope" rühren hingegen fast zu tränen, auf jeden fall aber zu bedrückender stille im raum. und das herzstück, der song "and all that could have been" überzeugt wie seinerzeit schon "the great below" durch weite klangwelten und texten, die zwar pathetisch anmuten mögen, aber nin-typisch nicht verlegen machen, vor den freunden zuzugeben, dass man sie gern hat.
ein grandioses machwerk