Diese Box enthält auf vier CDs die Konzerte in der Stuttgarter Schleyerhalle und in Birminghams NEC von 1993 in der legendären Mk II - Besetzung. Letzteres gibt es als Video- und DVD-Veröffentlichung und ein Zusammenschnitt beider Auftritte als CD - beide unter dem Titel "Come Hell Or High Water" veröffentlicht. Hier erhält man beide Konzerte in vollständiger Version.
Wie die Fans wissen, waren das die letzten Auftritte von Ritchie Blackmore mit der Band. Bei dem Stuttgarter Gig entluden sich die Spannungen noch in mitreißenden Solodarbietungen besonders von Blackmore und Lord. Besonders "Anya" (vom damaligen aktuellen Album "The Battle Rages On") und "Speed King" nutzte Blackmore, um es noch mal allen zu zeigen. Glaubt man den (wahnwitzig winzig gedruckten) Liner Notes von Jerry Bloom, bekam er nach einer seiner Darbietungen von seinen Mitstreitern auf der Bühne Applaus. Von den nicht auf der "Come Hell..."-CD enthaltenen Passagen sind besonders das Intro zu "Space Truckin'" (eine Blackmore-Interpretation von Griegs "Hall of the Mountain King") und der Stones-Klassiker "Paint it Black" hervorzuheben, den sie seit den Frühsiebzigern nicht mehr im Programm hatten. Daß Ian Gillan hier in Hochform ist, wie von einigen behauptet, kann man allerdings nicht sagen. In einigen Passagen merkt man ihm die Stimmprobleme schon an, was wohl auch der Grund dafür ist, daß man auf "Come Hell..." auf einige Songs vom Birmingham-Gig zurückgegriffen hat. Trotzdem ist dies insgesamt eine gute Leistung des ehemaligen "Prince of Wails".
Das Birmingham-Konzert fällt gegenüber dem Stuttgarter um einiges ab. Ritchie Blackmore hat innerlich bereits mit Deep Purple abgeschlossen und bietet eine höchstens mittelmäßige Leistung. Die Soli sind kurz gehalten und bieten nur das Minimum, das die Songs erfordern. Wer das Video/die DVD kennt, weiß um Ritchies Stimmung, fand hier doch der berühmt-berüchtigte Wasserglas-Wurf in Richtung eines Kameramanns statt. Der Opener "Highway Star" wurde bis zum Solo ohne ihn gespielt. Trotzdem ist auch dieser Auftritt hörenswert. Jon Lords Soloteil z.B. gefällt mir hier um einiges besser. Nach einigen weiteren Shows in Skandinavien warf Blackmore endgültig das Handtuch und wurde für den Rest der Tour durch Joe Satriani ersetzt. DP Mk II waren (wahrscheinlich endgültig) Geschichte.
Fazit: Für Fans ebenso unverzichtbar wie das 3-CD-Set "Live in Japan" (das die legendären 1972er Auftritte in Tokio und Osaka zusammen mit "Made in Japan" vervollständigt) und "California Jam" von 1974 (mit einem ebenfalls sehr "explosiven" Ritchie).
Ergänzung: Die beiden Konzerte von "Live Across Europe" sind inzwischen auch einzeln (als Doppel-CDs) erhältlich.