The Orb live, das ist ein Extrem, das ist nicht so einfach zu verdauen. Denn live holen Alex Paterson und Kollegen richtig aus, allein die Intros mancher Titel - oft kleine Spielereien oder Textcollagen aus dem Fernsehen - dauern und verwirren. Aber es sind total passende Einleitungen für sphärische Trips für Zuhörer. Ja, hier muß man zuhören, und zwar um zu erleben - einfach einlegen und laufenlassen, das geht bei dieser DoppelCD gar nicht.
"O.O.B.E." klingelt leise, ein Basslauf bebt im Hintergrund, alles sachte, es trägt einen hinweg. Anders dagegen "Assassin", es kracht und unglaubliche Bass-Sequenzen puschen den Track vorwärts. "Little Fluffy Clouds" - in einer fantastischen Version - darf nicht fehlen!
Wer die eher entspannenden Alben "Adventures Beyond..." und "U.F.Orb" kennt und schätzt, könnte enttäuscht sein, denn alles wirkt live etwas wirrer, komplexer. Wer offen ist für diese "musique concrete", der könnte angenehm überrascht werden. Überall tauchen Klänge auf, verschwinden wieder, es ist, als ob man die Erde und ihre Bewohner von weit, weit weg beobachtet (und abhört).