Sie lesen diese Rezension ? Um es kurz zu machen: Wer sich für Albert Collins interessiert und diese Scheibe noch nicht hat, sollte sie sich besorgen. Und warum ? Albert Collins zieht hier noch einmal alle Register, die ihn auszeichnen. Die Stimme mit dem warmen Timbre steht in einem perfekten Gegensatz zu der eiskalt gespielten Telecaster. Die Eingefleischten wissen, dass "the Master of the Telecaster" ohne Guitar Pic spielt und die Seiten nur mit Daumen und Zeigerfinger der rechten Hand anschlägt. Na ja, das ist untertrieben: Die Seiten werden bearbeitet ! Mit "I'm Your Iceman" stimmt Collins die Hörer (gemeint sind auch die weiblichen)ein und danach reiht sich ein "Klassiker" an den anderen. Schön ist, dass Collins "Frosty" spielt, einen seiner großen Klassiker aus den 60iger Jahren. Über mehrere Takte besteht das Solo hier aus einem immer wieder angeschlagenen Ton. Darüber rümpfen vielleicht gymnasiale Musiklehrer die Nase. Wer aber schon mal versucht hat, die Atmosphäre nachzuspielen, die Collins damit erzeugt, wird eher verzweifelt mit dem Kopf schütteln. Am Ende gibt es eine Hommage an T-Bone Walker, der bekannte T-Bone Shuffle. Als Collins sang "there is nothing in the world, that a T-Bone shuffle wont't cure", wusste er, dass er unheilbar erkrankt ist. Spätestens da laufen die Schauer über den Rücken und das einzige Mal zittert Collins Stimme. Am 24. November 1993 verstarb Albert Collins. Aber solange, wie es "Live 92/93" gibt, ist er nicht tot.