Was macht man mit einer Familie, deren einziger Halt die hoffnungslos gescheiterten Existenzen jedes einzelnen Mitglieds zu sein scheint?
Dad ist ein erfolgloser Erfolgstrainer, der Bruder hat ein Schweigegelöbnis abgelegt, was auch ganz gut ist, da er eh jeden hasst, Opa nimmt Heroin, der Onkel hat gerade einen Selbstmordversuch überlebt, das kleine Mauerblümchen Olive träumt davon Schönheitskönigin zu werden und Mum versucht krampfhaft, eine Familienidylle aufrecht zu erhalten, die scheinbar nicht existiert.
Was also tun
Man könnte in einem schrottreifen Bus zu einem Schönheitswettbewerb nach LA zu fahren. Das tun zumindest unsere wackeren Protagonisten in diesem Fall und was dabei heraus kommt, ist der nächste gar nicht so geheime Geheimtip für alle Filmfans des etwas anderen Kinos.
Obwohl vielmals verglichen mit "The Royal Tennebaums" sind die Charaktere weitaus lebensnaher, wärmer und aufgrund dessen auch sehr viel tragischer, so dass man auch schon mal an "Sideways" erinnert wird, wo Tragik und Komik ebenso dicht nebeneinander liegen gepaart mit ungewöhnlichen, aber keineswegs unglaubwürdigen Vorkommnissen. Bei so viel (schmerzhafter) Realität kann es auch schon mal passieren, dass man ungewiss ist, ob man nun lachen oder weinen sollte und man darf auch ruhig beides gleichzeitig tun.
Mit einer genialen Besetzung, einem unaufdringlichem aber umwerfenden Soundtrack , einer Kameraarbeit für das Auge jedes Ästheten und ausgezeichneten Dialogen, die nie zu dick auftragen, wird aus dieser kleinen Tragikomödie ein Juwel, dass einem warm ums Herz spült und dieses melancholische Gefühl hinterlässt, das irgendwie doch schön ist, ähnlich wie "Garden State" oder "der Eissturm".