Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
WOW! Das beste Mittel gegen schlechte Laune!, 31. März 2008
"Sail on - psychonauts!" - so steht's im Booklet dieser CD, und das ist auch Programm der norwegischen Kult-Rocker. In vier musikalischen Monumenten navigieren sie unsere Psyche durch unglaublich energiegeladene Rocklandschaften, erzeugt mit E-Gitarren, Bass und Schlagzeug, alles ein bisschen retro und rockig im klassischen Sinne (und darunter verstehe ich, dass der Rock da herkommt, wo er hingehört, nämlich direkt aus dem Bauch). Nun ist es schwierig, solch überlange Musiktitel mal eben querzuhören - der Hörer muss sich einlassen, muss es zulassen und wird dann mitgerissen.
Die Suite "Little Lucid Moments" (21:10 min.) beginnt mit Trommelwirbel - und schon nach drei Sekunden befinden wir uns im typischen Motorpsycho-Kosmos. Gefälliges Riff zu Beginn, gepflegte Melodie, ehe nach rund 6 Minuten der neue Schlagzeuger Kenneth Kapstad in seiner Schießbude abgeht wie ein HB-Männchen und die Psychos in den fünften Gang hochschalten. Dann jagen sie uns die nächsten acht Minuten durch den Kosmos zwischen treibendem Beat, Gesang und psychedelischen Gitarrensoli, bis wir völlig abheben und die nächsten drei/vier Minuten irgendwo im Weltall schweben, nur begleitet von einer jaulenden E-Gitarre, die stark an David Gilmours Solo im Pink-Floyd-Meisterwerk "Echoes" erinnert. Dann geht das Raumschiff wieder auf rasanten Sturzflug, um kurz vor dem Verglühen in der Atmosphäre doch noch sanft gleitend auf der Erde zu landen.
"Year Zero" (11:20) beginnt dagegen erst mal jazzig und nimmt sich die ersten dreieinhalb Minuten Zeit, erst richtig in den Song und die Melodie einzusteigen. Das Lied erinnert ein bisschen an den Motorpsycho-Klassiker "Vortex Surfer". Die letzten vier Minuten gehören der kreischenden Gitarre.
"She Left On The Sun Ship" (14:30) beginnt mit einem fröhlichen Gitarrenlick und baut zwei leicht angeschrägte Strophen darauf auf, ehe die Jungs nach dreieinhalb Minuten zum Eigentlichen kommen. Da beginnt nämlich eine wunderschöne musikalische Stromschnellenfahrt mit Auf und Ab's, einer Gitarre, die kreischt wie ein auseinanderbrechender Ozeanfrachter, ehe der Fluss uns kurzzeitig in eine etwas ruhigere Strömung treibt, dann geht's aber schon wieder an die Ruder - volle Fahrt voraus ... bis zum Bruch! Die letzten sieben Minuten ist es, als löse sich die Seele des Songs von dessen Körper und schwebe über ihm dahin. Leise gezupfte, übereinander gelegte Gitarrenlicks, die an Wishbone Ash's Song "The Pilgrim" erinnern, der Klang wird sphärisch, während das Schlagzeug unter uns noch an den wilden Fluss erinnert. Wunderschön! Nur maßloser Spaß an Musik kann es wagen, einen Song so lange ausklingen zu lassen!
Finale: "The Alchemyst" (12:30) nimmt die Ruhe des vorigen Songs mit sanften Ambient-Klängen auf, nur um uns wieder auf den Planeten "Rockmusik" zu geleiten. Okay, es dauert zwar ein paar Minuten, bis wir dort angekommen sind - aber wir haben ja Zeit! Das Gitarrenlick dieses Songs finde ich besonders schön. Wir cruisen in gepflegtem Midtempo die breite Straße hinunter, Gesang und Harmonien lassen uns an Motorpsychos Psycho-Pop-Phase ("Let Them Eat Cake" etc.) erinnern - und an einen orangefarbenen Sommerabend. Ach - ist das schön ...! - Nach sieben Minuten biegen wir dann aber auf den nächsten Highway ein, und jetzt wird noch mal richtig losgebratzt. An den Drums geht das HB-Männchen wieder ab, und die E-Gitarren kreischen wie sich gegenseitig überholende Motorräder, die Spannung geht auf die Zielgerade: beim furiosen Finale (bei dem auch ein Piano mitspielen darf) lassen die Jungs noch mal alles raus - das ist die reinste Freude an der Musik!
Vier fette Rockepen, die trotz ihrer Länge doch so kurzweilig sind wie nur irgendwas. Dem puritanischen Prog-Rocker wird es hier vielleicht zu wenig Gefrickel geben, aber diese Songs leben weniger von den Details, als von ihren Flächen, ihrer Dynamik, ihrem dramatischen An- und wieder Abschwellen und von ihrer unglaublich dichten Energie! Die Titel sind übrigens "live" im Studio eingespielt worden.
Dieses Album ist die ideale Alternative zum Frühstücksradio, um den Tag gut gelaunt zu beginnen! Lange war Rockmusik nicht mehr so geil - und ich frage mich, welches Rockalbum in 2008 dieses hier wohl noch toppen soll! Für mich definitiv eines der besten MOTORPSYCHO-Alben (mit Anwartschaft auf DAS BESTE Album von ihnen ...)!
(P. S.: Und das kann ich auch noch 18 Monate nach dem Schreiben dieser Rezi voll unterstreichen!)
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ganz großes Kino ..., 10. April 2008
... entsteht vor allem auch im Kopf, wenn wir uns Motopsychos neue Scheibe anhören.
Ich bin extrem angetan und vergebe hier, gebührender als bei allen anderen meiner Rezensionen, hier die volle Punktzahl.
Das Gefühl Motorpsycho hier fast live zu hören, erhöht das Hörvergnügen umso mehr, denn es macht Spass zu spüren wie improvisierte Übergänge sich entwickeln; so wie hier sollte sich Jazz-Rock anhören :-)
"Trust us"-Vergleiche mag ich persönlich nicht, denn ich halte diese nicht für ihre beste Scheibe (auch wenn sie natürlich einige echte Übersongs zu bieten hat), sondern "Blissard". Allerdings fehlen hier dessen komplett abgedrehten Klangexperimente, welche zum Teil mit Erzählstimme daher kamen. Hier wird durchgerockt.
Für mich ist die neue Platte - auch deswegen - ganz oben mit dabei, vielleicht sogar on top, das wird die Zukunft zeigen.
Freue mich auf die Konzerte, Punks!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Motorpsycho wieder da!, 4. April 2008
schönes Zitat meines Vorgängers... Mit diesem Satz hört nämlich die erste LP von Motorpsycho auf. Und so soll es tatsächlich auch bis zur letzten Platte weitergehen... Diese Band steht einfach für Treue. Treue zu sich selbst und selbstverständlich auch Treue zu ihrer Hörerschaft. Sie haben es einem wahrlich nicht immer leicht gemacht in den letzten Jahren. Ich rede hier von der Zeit nach dem (Rock-) Klimax ihres Schaffens "Trust Us".
Der Weg zurück zu sich selbst und ihren Ursprüngen. So oder so ähnlich könnte man "Black Hole/Black Canvas", ihr letztes und gleichzeitig erstes Post-Geb-Werk nennen. Wirklich gelungen war es nicht, als Versuch und Auslotung der eigenen Grenzen durchaus akzeptabel (ja, auch mit echten Hits!). (Aber) Der Spirit war da, hat aber noch gesucht, fast schon verzweifelt... Doch mit diesem Album melden sich die (schon backstage hautnah selbsterlebt) sympathischen Norweger zurück. Direkt in die Herzen ihrer treuen Fans. So wollen wir euch, so lieben wir euch!... Und, äh, wo bleiben jetzt die Haircuts!!!!!
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