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Zwanzig Jahre lang hatte Lucinda Williams ihre Gitarre bereits ohne gro�en Erfolg gezupft, als ihr mit dem f�nften Album �Car Wheels On A Gravel Road� im Jahr 1998 der Durchbruch gelang. Die ehrw�rdige Dame des Country, Emmylou Harris, hatte kurz zuvor noch beklagt, Williams sei ein Beispiel daf�r, wie gro�artig Country sein k�nne. Dass sie es nicht in den Kreis der Gro�en schaffe, sei ein Verlust f�r die Musik.Nun, sie schaffte es zum Gl�ck schlie�lich ja doch. Country und Folk in den Vereinigten Staaten �ffneten sich Ende der Neunziger dem Mainstream. Die Welle der Popularit�t riss auch Williams mit, dabei war sie sich im Gegensatz zu vielen anderen stilistisch treu geblieben. Sie spielte melodi�sen Folk und garnierte ihn mit erdigen Blues-Akkorden und blumigem Country, klugen Texten und ihrer br�chigen, mitrei�enden Stimme. Das war im Jahr 1979 auf ihrem ersten Album �Ramblin'� nicht anders als auf ihrem nun erscheinenden neunten Studio-Album �Little Honey�.Das legend�re �Car Wheels On A Gravel Road� wurde damals mehr als 800.000 Mal in den USA verkauft und wurde mit dem Grammy f�r das beste Folk-Album ausgezeichnet. Seitdem erschienen drei Alben, alle wurden geh�rt und verkauft - auch �Little Honey� sollte dieses Schicksal zu Recht wiederfahren. Dreizehn Lieder hat Lucinda Williams aufgenommen, unterst�tzt von ihrem langj�hrigen Gitarristen Doug Pettibone und zahlreichen Gastmusikern - wie etwa Elvis Costello, Susanna Hoffs und Matthew Sweet.Lucinda Williams gr��te St�rke ist, nach wie vor, ihre Emotionalit�t. Sie erz�hlt kleine Geschichten, traurige, lustige, oft erz�hlt sie von der Liebe - und sie findet immer den richtigen Ton. Mal passt ein molliger Blues am besten, mal eine beschwingte Countryfidel. Und wenn es sein muss - wie bei �Little Rock Star� oder �Honey Bee� - halten auch mal gerade Rockgitarren her. Dass die Stile nicht auseinanderfallen verdankt sie ihrer zweiten gro�en St�rke: Sie komponiert punktgenau.Und Frau Williams schmei�t sich vielleicht in ihre Lieder. Im Er�ffnungsst�ck schrammeln die Gitarren zu Ehren der �Real Love�, die sie gefunden hat. �Tears Of Joy� ist ein kraftvoller Blues, es klingt als rei�e der selige John Lee Hooker h�chstpers�nlich an den Saiten der Sologitarre. Wenn sie singt �I've been crying�, dann meint man gerade trocknende Tr�nen auf ihren Wangen zu sehen. Die �Jailhouse Tears� weint sie gemeinsam mit Elvis Costello, und auch ihm nimmt man die Melancholie sofort ab. Er kiekst und schluchzt inbr�nstig aus den Gef�ngnismauern, sie gibt ihm von drau�en den Rest. �Jailhouse Tears� gilt vielen bereits jetzt als eines der gr��ten Country-Duette aller Zeiten.Ein St�ck auf �Little Honey� - n�mlich �Circles And X's� - schrieb Lucinda Williams bereits im Jahr 1985, nun nahm sie es neu auf. Es f�gt sich derart nahtlos ein in dieses fabelhafte Kompendium zeitgen�ssischer Folkmusik, dass ihr langer Misserfolg nur noch unverst�ndlicher erscheint.