Gerne schaue ich mir Filme abseits des Mainstreams an. Die Entdeckung von Little Fish, ein Film aus Australien, brachte eine große Überraschung als auch Enttäuschung mit sich.
Die Story des Filmes lässt sich in wenigen Sätzen beschreiben. Die Hautprolle spielt Tracy (Cate Blanchett), eine ehemalige Drogenabhängige die sich eine Zukunft aufbauen will. Sie nennt ein Videoshop ihr Eigen mit dem sie über die Runden kommt. Sie will expandieren brauch dafür aber Geld. Obwohl sie von den Banken gesagt bekommt das ihre Ideen und Dokumente für ihr Geschäft gut sind, bekommt sie wegen ihrer schweren Vergangenheit keinen Kredit. Jeder Zeit wird Tracy vor der Versuchung der Drogen gestellt, ihr Freundeskreis ist kaum eine Hilfe - sie alle hängen im Drogengeschäft mit drin. Ihr soziales Umfeld kann man als "Versagend" bezeichnen, auch ihre Mutter kann ihr nicht helfen. Es fehlen ihr die Mittel dafür. Um an Geld und ihre Zukunft zu kommen Versucht sie es mit ihren Freunden an einem größeren Drogendeal - doch wie es das Schicksal so will, läuft einiges schief.
Obwohl das inhaltliche Thema nichts neues ist, wurde der Film sehr gut umgesetzt. Das versagende und traurige, mit der Vergangenheit immer wieder konfrontiert zu werden, ist allgegenwärtig und wird gut auf Bild gebracht - der Soundtrack wirkt an richtigen Stellen schön unterstreichend.
Cate Blanchett liefert schauspielerisch hervorragendes, aber auch Noni Hazlehurst (die Mutter von Tracy), Hugo Waeaving (Stiefvater) sind erste Klasse. Normal im Auftreten sind die anderen Schauspieler, die noch im Film eine Rolle spielen.
Inhaltlich kann man sagen hat der Film volle 5 von 5 Sterne verdient!
ABER der Film hat für mich zumindest gravierende Mängel die nicht sein dürfen.
Obwohl der Soundtrack als auch Ton passend ist, ist in Sachen Synchronisation und Untertitel der Film absolut miserabel.
Dieser DVD fehlen zur vorhanden deutschen als auch englischen-Tonspur (Original) komplett die Untertitel. Barrierefreiheit ist also nicht vorhanden.
Es wäre für einen Zuschauer ohne Taub zu sein noch irgendwie zu verkraften, solange die Synchronisation wenigstens noch in Ordnung ist, aber auch hier scheitert man auf ganzer Ebene. Die deutsche Synchronisation ist das schlechteste was mir bisher untergekommen ist, unsychron und Sprecher die einem nur Entsetzen bringen, weil sie wahrscheinlich zum Ersten mal für eine Synchronisation eingesetzt wurden.
Da ich gerne Filme aus englischsprachigen Ländern mit Originaltonspur (engl.) anschaue dachte ich mir kein Problem für mich, schließlich ist die O-Tonspur wenigstens mit dabei. Die engl. Tonspur klingt zwar qualitativ gut, ist aber sehr schwer zu verstehen. Die Schauspieler sprechen oft sehr Akzentbehaftet, Wörter bis gar ganze Sätze werden verschluckt oder genuschelt. Da ist leider auch Cate Blanchett keine Ausnahme.
Ich, der sehr gern Filme in Englisch schaut, als auch auch engl. Bücher liest, musste bei diesen Film kapitulieren!
Unverständlich für mich wie man bei einem akzentbehafteten Film auf die entsprechenden Untertitel verzichten kann.
Das mangelhafte Auftreten bei der Synchronisation und Barrierefreiheit ist wohl dafür der Preis einen Film abseits der Mainstream-Studios zu bekommen, denn das ist er. Inhaltlich und in Sachen Umsetzung ist der Film absolut Top und allein deswegen sehenswert. Wem eine schlechte deutsche Synchronisation nicht stört und Barrierefreiheit nicht braucht, dem kann ich den Film getrost empfehlen.
Wer allerdings Barrierefreiheit möchte, eine gute Synchronisation sein sollte, der sollte sich den Film lieber für einen Abend aus der Videothek leihen.