War ich selbst noch skeptischer Zeuge derjenigen Tour, die uns Kozelek zur Adventszeit 2005 in Europa präsentierte, sehe ich nun als stolzer Besitzer dieser Doppel-Live-CD alles in einem homogenen Licht.
Gewöhnsbedürftig war noch ein geringwertender Ausdruck für die Performance, die ich da zum ersten Mal, nach intensiven Durchhören Sun Kil Moon und sämtlichen Red House Painters LPs, live erleben konnte.
Wer eine Ähnlichkeit zu den Red House Painters erwartet, wird zuerst abgeneigt sein, auch die Fülle und musikalische Unendlichkeit des Sun Kil Moon Erstlings wird hier nicht vorgetragen werden. Schon eher versöhnlich im Klang des Sun Kil Moon Zweitlings, rein akkustisch.
Kozelek begibt sich lediglich mit seiner Gitarre, einem Mikrophon, und viel Reverb bewaffnet, ans Umschreiben und Umformieren seiner gemalten Lieder. Zu Hören: Songs in Versionen, knisterstill, fernab von Schönheit im audiophilen, reduziert ins Präzise, auf den Song konzentriert. Manchmal wird er noch von seinem Freund Phil aus San Francisco begleitet, dem es aber auch mal passieren kann, dass er während dem Konzert einfach verschwindet..(aber das ist eine ganz andere Geschichte)
Was dabei als Album herausgesprungen ist, ist beachtlich, in sich homogen, jedoch es an einem Abend live zu verstehen und aufzufassen schwierig, gar zu unmöglich.
Herauszuheben sind die beiden neuen Songs: "Moorestown" und "Unlit Hallway", die uns wieder einmal in ewigle Melancholie versetzen werden und auf ein neues Sun Kil Moon Album, mit diesmal eigenem Material, in Vorfreude versetzt.
Und natürlich, der Namensgeber, das "vielleicht schönste Cover des vielleicht schönsten Weihnachtsliedes": little drummer boy.
wahrscheinlich muss man kozelek einfach alleine genießen, so traurig wie das klingt, so schön macht es die Musik.