Das als Monumentalfilm angelegte Werk von Bernardo Bertolucci ("Der letzte Tango", "Der letzte Kaiser") bietet in Erzählform und kurzen Ausschnitten den Weg des Prinzen Siddhartha zum Erleuchteten, zum Buddha. Parallel dazu läuft die fiktive Geschichte über einen kleinen Jungen aus Seattle und einem buddhistischen Mönch.
Handlung
Lama Norbu (Ying Ruocheng) bekommt von einem buddhistischen Lehrer aus Seattle einen "Tipp", dass es sich bei dem ca. 10jährigen Jesse Conrad (Alex Wiesendanger) um die Reinkarnation seines verstorbenen Lehrmeisters Lama Dorje handeln könnte. So macht man sich auf, den Jungen zu besuchen und ihn anschließend ins Exil nach Bhutan einzuladen. Nach anfänglichem Zögern stimmen die Eltern (Chris Isaak und Bridget Fonda) zu. Neben Jesse gelten aber auch noch zwei weitere Kinder aus Nepal als mögliche oder tatsächliche Reinkarnationen.
Meinung
Vorab: Bei mir waren die Nächte in einem Blau-Ton, die Tage und die rückblickenden Geschichte zu Siddhartha in einem Rot-Ton. Dazwischen immer wieder Sequenzen in "normalen" Farbverhältnissen. Ich habe dazu keine Infos gefunden. Mein Fernseher ist nicht kaputt, ich denke die DVD auch nicht, so dass ich mal von einer künstlerischen Freiheit bis Aussage ausgehe. Diese erschließt sich mir jedoch nicht bzw. empfand ich eher als hinderlich, denn die Bilder wurden so unklar, das Sehen anstrengender.
Sonst: Die fiktive Geschichte über den kleinen Jungen aus den USA, der ein legitimer Nachfolger eines Lamas sein soll, wirkte recht brüchig und letztlich nicht wegen der Frage des Glaubens an Reinkarnation, sondern wegen seiner Umsetzung, weit hergeholt. Auf der einen Seite die buddhistischen Mönche und Lehrmeister, die sicherlich dezent und liebenswert, aber dennoch mit einer gewissen Selbstverständlichkeit den Jungen kontaktieren. Auf der anderen Seite die Eltern, denen man kaum anmerkt, was das mit ihnen macht. Letztlich bekommt der Vater auch nur dadurch einen Impuls, der Sache zu folgen, weil er berufliche Probleme hat. Alles recht banal bis fabelhaft.
Als gelungen erachte ich aber die Erzählsequenzen über das Leben des Prinzen Siddhartha (Keanu Reeves). Natürlich können hier Fachleute drüber streiten, was richtig und falsch wiedergegeben wurde, aber man kann sich ein Grundbild machen, was sich vor allem jedem Zuseher erschließt.
Fazit
Nimmt man alle Aspekte für sich allein betrachtet, begeistert der Film an sich nicht so sehr, wirft einige Kritik- und Diskussionspunkte auf, als Gesamtwerk ist er jedoch wiederum sehr einnehmend und beeindruckend. Vier Sterne mindestens, auch wenn ich es nicht so gut begründen kann.