Dies war meine erste CD von Jessica Gall - und ich muss sagen, sie macht das im ganzen sehr gut. Die zwölf Lieder - hauptsächlich Eigenkompositionen - sind professionell komponiert, arrangiert und intoniert. Das ist gut gemachter Vocal-Jazz der für den Nicht-Hardcore-Jazzfreund (wie mich) leichter zugänglichen Art. Sie hat eine gute, gut ausgebildete Stimme und artikuliert sauber. Die Percussion-Begleitung swingt dezent, die Klavierläufe laufen. Das kann man gut und mit Genuß hören.
Gleichzeitig aber packt es mich nicht wirklich. Es ist perfekte Professionalität, aber es fehlt ein wenig die persönliche, individuelle Note, das Echte, die Aspekte die jenseits des hohen Handwerks liegen und manchmal dem sogar widersprechen. So bleibe ich nach dem Hören mit einem Gefühl zurück, dass ich nach einem gut durchkomponierten und perfekt zubereiteten Menü der gehobenen Küche habe, das mundete, nach dem ich mir aber doch denke: Jetzt wäre eine Leberkässemmel recht.