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Little Big Man - Der letzte Held
 
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Little Big Man - Der letzte Held [Taschenbuch]

Thomas Berger
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der letzte Held
OT Little Big Man OA 1964 DE 1980Form Roman Epoche Moderne
Im Gegensatz zum klassischen Western ist Bergers Held Jack Crabb nicht das typische Raubein, das mit Gewalt für Recht und Gesetz kämpft, sondern eher ein Schelm (Picaro), der sich mit List und Schläue gegen widrige Umstände an verschiedenen Fronten behauptet. Da er den Wilden Westen in alle Richtungen durchstreift, ist Der letzte Held auch als zeitgenössischer amerikanischer Schelmenroman zu verstehen.
Inhalt: Im Alter von zehn Jahren wird der weiße Junge Jack beim Überfall auf den Treck seiner Familie von Cheyenne-Indianern entführt. Als Adoptivsohn von Häuptling »Alte Zeltbahn« erlernt er Lebensweise und Kultur der Ureinwohner. Seinem Stiefbruder »Jüngerer Bär« rettet er das Leben und wird wegen seines Mutes »Little Big Man« getauft. Fünf Jahre später kommt Jack während eines Kampfes gegen die US-Kavallerie in die Obhut der weißen Pfarrersleute Pendrake. Den Zwängen dieses Lebens entflieht er bald und schlägt sich als Goldsucher, Büffeljäger und Eisenbahnbauarbeiter durch. Dabei wechselt er immer wieder die Fronten zwischen Weiß und Rot. Als er mit Squaw und Kind wieder bei den Cheyenne lebt, wird der Stamm von General George Armstrong Custer überfallen und niedergemetzelt. Crabb lässt sich als Maultiertreiber auf Custers Feldzug zum Little Bighorn anheuern, da er sich an ihm rächen will. Fasziniert von Custers exzentrischer Persönlichkeit, kämpft Crabb jedoch an der Seite des Generals und überlebt 1876 als einziger Weißer die legendäre Schlacht der Kavallerie gegen eine Übermacht verschiedener Indianerstämme.
Aufbau: Die pikareske Stuktur des Romans – vorgegeben durch Crabbs ständigen Wechsel der Fronten – verhindert eine eindimensionale Darstellung der Ereignisse. Berger nutzt die Figur eines fiktiven Erzählers, der auch immer wieder kommentierend zu Wort kommt: Da Jack Crabb zum Zeitpunkt der Erzählung bereits 111 Jahre alt ist, spricht er seine abenteuerliche Lebensgeschichte dem Journalisten und Pseudoliteraten Ralph Fielding Snell auf Band. Die direkte, unaufdringliche Sprache trägt wesentlich dazu bei, einen Mikrokosmos menschlicher Absurditäten entstehen zu lassen.
Wirkung: Bergers Parodie auf den Wildwest-Roman und seinen Helden-Mythos zeigt einen Teufelskreis von Gewalt, Arroganz und gegenseitigem Unverständnis, der schließlich zur größten Niederlage der US-Armee im Kampf gegen die Indianer führte (265 Tote). Nach der Verfilmung (1969) von Arthur Penn (mit Dustin Hoffman in der Hauptrolle) wurde der Roman auch international ein großer Erfolg.

Kurzbeschreibung

Dustin Hoffman spielte die Hauptrolle in dem 1969 entstandenen Film ›Little Big Man‹, und ein gewisser Ralph Fielding Snell, Literat der 60er Jahre, stellte Thomas Berger die 75 Tonbänder zur Verfügung, die er mit Jack Crabb aufgenommen hatte.Jack Crabb war der letzte überlebende Teilnehmer an Custers Indianermassaker am Little Big Horn. Er starb im Juni 1953, als er 111 Jahre alt war. R. F. Snell beschreibt ihn so: »Jack Crabb war ein zynischer, ungehobelter, skrupelloser, ja im Notfall sogar ruchloser Mann. Als Förderer seiner Teilbiographie kann ich sie keinesfalls Zartbesaiteten empfehlen. Er muß ein Produkt seiner Zeit, seiner Heimat und der Umstände gewesen sein. Aber eben solche Männer trieben unsere Grenze so weit vor, bis sie den glänzenden Ozean erreichte.«

Jack wurde als Junge von dem Cheyenne-Häuptling »Alte Zeltbahn« entführt und erlernte als dessen Adoptivsohn Lebensweise und Kultur der »Menschenwesen« - so nennt sich der Stamm. Seinem neuen Stiefbruder »Jüngerer Bär« rettet er das Leben und heißt daraufhin »Little Big Man«.

Fünf Jahre später kehrt er in die weiße Zivilisation zurück. Reverend Pendrake adoptiert den jungen Wilden und nimmt ihn mit nach Missouri. Doch Jack hält es in der Zivilisation nicht lange aus, und er bricht zu neuen Abenteuern auf. Schließlich wird er Zeuge und einziger weißer Überlebender der Schlacht am Little Bighorn.

Der Verlag über das Buch

»Der US-Romancier Thomas Berger, 46, zusammen mit John Barth und Leonhard Cohen Hauptautor der frisch proklamierten Gattung des ›Neuen Western‹, handhabt die scheinbar kunstlos-naive Rollenprosa seiner fiktiven Erzählfigur virtuos: Obwohl der Wälzer hochvergnüglich die alten Western-Mythen ramponiert, obwohl er zuvörderst als vitales, deftiges, dabei fesselndes Humorwerk wirkt, bezieht er aus dem artistisch eingesetzten Schlicht-Stil zugleich unvermutete lyrische und pathetische Qualitäten - für die gemordeten Indianer-Völker des amerikanischen Westens findet sich in der Literatur (ausgenommen Howard Fasts chronologisch an Berger anschließendes Cheyenne-Epos ›Die letzte Grenze‹) wohl kaum ein würdigeres Epitaph als dieser unsemtimentale Schelmen-Roman, der voller Fusel, Blut und keuschem Sex ist.«›Der Spiegel‹

»Der Roman vermittelt den verzweifelten Kampf einer Minderheit. Sie blieb stolz selbst im Untergang.« ›Westdeutsche Allgemeine Zeitung‹

»Der Amerikaner Thomas Berger hat es mit seinem Roman verstanden, ein Buch zuschreiben, das unterhaltsam und dennoch gute Literatur ist.«›Frankfurter Rundschau‹

»Thomas Bergers Roman ist eine hintergründige Komödie des Wilden Westens, ist eine Entlarvung von Mythen, ist die irrwitzige Vernichtung von Klischees.«›Die Weltwoche‹

»Tatsächlich rehabilitiert dieser Weltwest-Roman seine Gattung. Er liest sich nicht wie einst der May, sondern erreicht nach 150 Jahren Western-öde erstmals wieder Coopers Klasse.«›Der Stern‹

Über den Autor

Thomas Berger wurde am 20. Juli 1924 in Ohio, USA, geboren und hat mehrere Romane veröffentlicht. ›Little Big Man‹ (1964) wurde mit Preisen des »National Institute of Arts and Letters« und der »Western Heritage Foundation« ausgezeichnet.
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