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Little Bee
 
 
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Little Bee [Taschenbuch]

Chris Cleave , Susanne Goga-Klinkenberg
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (32 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Februar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342324819X
  • ISBN-13: 978-3423248198
  • Originaltitel: The Other Hand (Sceptre, London 2008)
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,4 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (32 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 44.063 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Chris Cleave lässt in seinem Roman zwei Welten aufeinanderprallen. Mit einer Wucht, die umhaut.«
Jutta Legath, Brigitte 09.02.2011

»Chris Cleave erzählt eine dramatische Geschichte, die so ähnlich tausendfach passieren könnte, auf ebenso anrührende wie witzige Weise.«
Nürnberger Nachrichten 17.01.2011

»Little Bee wühlt auf, Little Bee macht Mut, little Bee ist einfach ein toller Roman, der sich ins Herz schleicht und einen nicht mehr los lässt.«
Maraike Wieting, Delmenhorster Kreisblatt 28.01.2011

»Aufwühlend, bewegend.«
SUPERillu 03.02.2011

»Ein ganz außergewöhnlicher Roman, schnell verschlungen, lange im Gedächtnis.«
Stephanie Lamprecht, Hamburger Morgenpost 10.02.2011

»Überraschend!«
Lea 16.02.2011

»Poetisch, originell und komisch entwickelt Chris Cleave die dramatische Geschichte, die Little Bee und Sarah zusammengebracht hat.«
Kathrin Fischer, Büchercheck, hr-online.de 17.02.2011

»Ein wunderschön geschriebenes, in die menschliche Tiefe reichendes, letztlich sehr verstörendes Buch, das aufgrund der erlebten und geschilderten Grausamkeit der Welt schmerzvoll die mögliche Schönheit in den Raum zu stellen vermag. Eine mögliche Schönheit, die sich immer weiter entfernt durch Egozentrik und Trägheit mancher auf Kosten der Vielen.«
Michael Lehmann-Pape, rezensions-seite.de 18.02.2011




»[...] ein bedrückend intensives Drama [...].«
TV Spielfilm, TV Today 05/2011

»Ein ganz und gar ungeheuerlicher Roman über den Wert des Öls und den des Menschen.«
Nido 03/2011

»Es ist unmöglich, sich dem Sog dieses glänzend geschriebenen Buches, das lange nachwirkt, zu entziehen.«
buchblinzler.blogspot.com 25.02.2011

»Ein verstörender Roman über Menschen, die über sich selbst hinauswachsen.«
Annabelle und annabelle.ch, Zürich 21.02.2011

»Eine beeindruckende Geschichte über Menschlichkeit und die Grenzen des Mitgefühls.«
Freundin 23.02.2011

»Man weint und lacht, manchmal beides zusammen.«
Sonntag Express 27.02.2011

»Der Roman ist aufregend bis zur letzten Seite.«
Kölner Illustrierte 03/2011

»Buch des Monats«
myself April 2011

»Dieses Buch ist bittersüß und macht traurig, weil es zeigt, wie wenig ein Menschenleben wert ist.«
Manfred Hitzeroth, Oberhessische Presse 11.03.2011

»Leicht zu lesen, aber machtvoll im Gedächtnis, aufregend und überraschend bis zuletzt.«
Renate Schach, Neue Presse 19.03.2011

»Neben aller Brutalität besticht Chris Cleaves Roman durch Humor und eine besondere Zärtlichkeit im Umgang mit seiner Heldin.«
Barbara Rieder, biblio.at 01.04.2011

»Die Geschichte der 16-jährigen Little Bee aus Nigeria, die nach schrecklichen Erlebnissen und Flucht in einem englischen Abschiebelager landet, ist fesselnd, schockierend und trotzdem voller Witz und menschlicher Größe bis zum versöhnlich-bitteren Ende.«
Kontinente - Das Missio-Magazin Mai - Juni 2011

»Ein Buch voller Wärme, Witz und Wahnsinn!«
A. Lehmeier, style , Zürich Mai 2011

»Sprachlich ist dieses Buch ein Genuss und ein Leseerlebnis.«
Uschi Einberger, Weilheimer Tagblatt 18.04.2011

»Ein Buch voller Wärme, Witz und Wahnsinn!«
style - Schweizer Illustrierte, Zürich 01.05.2011

»›Little Bee‹ ist ein Roman mit emotionalem Tiefgang.«
Vanessa Ney, Preußische Allgemeine Zeitung 30.04.2011

»Die Geschichte der 16-jährigen Little Bee aus Nigeria, die nach schrecklichen Erlebnissen und Flucht in einem englischen Abschiebelager landet, ist fesselnd, schockierend und trotzdem voller Witz und menschlicher Größe bis zum versöhnlich-bitteren Ende.«
kontinente 5-6/2011

»Ein packender Roman - traurig, menschlich, wahr.«
Wienerin Juni 2011

»Mit ungedämpfter Härte macht der britische Schriftsteller Chris Cleave auf gesellschaftliche Misstände aufmerksam. Seine zeitgemäße Provokation ist ein Feuerwerk der Emotionen.«
Alexandra Amling,Märkische Allgemeine 21.05.2011

»Little Bee ist eine herrliche Romanheldin, die man umarmen möchte, deren Schicksal die LeserInnen gleichermaßen zum Lachen und Weinen bringt. Ein absolut herausragender Roman mit realem Hintergrund, der die Asylthematik in all ihrer Härte aufgreift. Neben aller Brutalität besticht Chris Cleaves Roman durch Humor und eine besondere Zärtlichkeit im Umgang mit seiner Heldin.«
Barbara Rieder, bn-bibliothesnachrichten, Salzburg 2/2011

»Cleave versteht es, die grausigen Szenen in so lockerer Sprache wiederzugeben, dass einem das Lachen nicht vergeht.«
Sonntag Aktuell 05.06.2011

»Von der ersten bis zur letzten Seite eine Überraschung, wunderbar!«
Sule Baraz, Sonntagsjournal 17.07.2011

»Chris Cleaves Roman über eine junge Nigerianerin in England stellt unser Weltbild auf die Probe. ›Little Bee‹ ist von beklemmender Aktualität und zeitloser Poesie.«
Jan Wiele, Frankfurter Allgemeine Zeitung 23.07.2011

»Ein spannender, emotional ergreifender und trotz aller Abgründigkeit auch ein witziger Roman. Kein Wunder, dass er es auf die Weltbestsellerliste geschafft hat.«
Megaphon 02.08.2011

»Chris Cleave Roman "Little Bee" geht unter die Haut.[...]Der Stoff ist hart ohne Happyend, aber toll geschrieben.«
Berliner Morgenpost 09.08.2011

»Ein Buch, so schockierend und tief emotional. Und dennoch gleichermaßen mit Witz und Charme, geboren aus der Stimme Little Bees.«
fishbookletters.de 16.08.2011

»Chris Cleave beschreibt eindrucksvoll (auch mit drastischen Szenen) das seelische und körperliche Leiden seiner Heldin.«
Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln 19.08.2011

»Dieser Roman wird dem Leser lange im Gedächtnis bleiben.«
Peter Bruker, Schwarzwälder Bote 18.08.2011

Kurzbeschreibung

Manchmal wünscht sie sich, sie wäre eine englische Pfundmünze: dann würde sich nämlich jeder freuen, sie zu sehen. Little Bee ist 16 Jahre alt und stammt aus Afrika. In ihrer Heimat ist ihr Schreckliches zugestoßen, und seit zwei Jahren lebt sie in einem englischen Abschiebelager für Asylbewerber. Trotz allem ist sie ein Mensch voll Lebensfreude, Witz und Intelligenz. In England kennt sie außerhalb des Lagers nur zwei Menschen: Vor Jahren hat sie in Nigeria das Ehepaar Sarah und Andrew, die im englischen Kingston-upon-Thames ein privilegiertes Leben führen, kennengelernt. Ein furchtbares gemeinsames Erlebnis hat eine tragische Verbindung zwischen ihnen geschaffen. Als Little Bee aus dem Lager entlassen wird, ruft sie bei Sarah und Andrew an. Ein Anruf, der unvorhersehbare Folgen hat: Einige Tage später bringt sich Andrew um. Und kurz darauf steht Little Bee vor Sarahs Tür ...


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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Ein Autor, der sich wünscht, dass man nicht weitererzählt, was im Buch passiert. Damit ein Autor, der von der Kraft seines Buches, seiner Geschichte so überzeugt ist, dass er fest überzeugt davon ausgeht, dass es einem von den Lippen drängt, was man gelesen hat.

Und ein Autor, der genau damit recht hat. Ein umwerfender, wunderschöner, vor allem aber die einzelnen Nuancen zutiefst treffender und weitergebender Sprachstil ist bei den vielen sprachlich eher simpel gestrickten Büchern und "Bestsellern" unserer Tage alleine schon das Lesen wert.
Wenn dann noch Figuren handeln und sprechen, die aus ihrer ganz entgegen gesetzten Erlebniswelt in die Tiefe dergleichen Erfahrungen und Geschehnisse vordringen und durch dieses Zusammenspiel dem freien, zivilisierten, kulturell eingebildet bis blasierten Gesellschaftskreis der westlich-marktwirtschaftlichen Welt in solch unverfälschter Form von der 16jährigen Little Bee ein Spiegel sondergleichen vorgehalten wird, dann wartet ein Leseerlebnis der ganz besonderen und lange nach haltenden Art, aber keineswegs einfachen Art.

Wie kann es sein, dass ein junges, nigerianisches Mädchen, dass die grausame und menschenverachtende Seite der Welt am eigenen Leib bereits erfahren musste, dessen ganzes Grundgefühl daraus besteht, unerwünscht und überall fremd zu sein, doch immer wieder die Kraft und den Mut aufbringt, neue Wege anzunehmen und auf der anderen Seite ein gut situierter Engländer, Vater und Ehemann, sich, neben einer inne liegenden Neigung zur Depression, nicht zuletzt aufgrund eines gemeinsamen, traumatischen Erlebnisses das Leben nimmt, als er durch einen Anruf von Little Bee der Traumata nicht mehr Herr wird?

Dies ist nur eine der Grundfragen, denen Chris Cleave in einer tief treffenden, bildhaften Sprache von zwei Seiten aus nachgeht. Einerseits aus der Sicht Little Bees, Nigerianerin, 16 Jahre alt, die letzten zwei Jahre als illegaler Flüchtling in englischer Abschiebehaft und nun auf "freiem Fuß", was immer Freiheit nun genau heißen mag (eine weitere Frage, die in den Tiefen des Buches ihre Wendungen nehmen wird), sich befindet.
Auf der andern Seite Sarah, deren Mann ebenjener Selbstmörder war, deren Sohn sich mit Verkleidungen gegen all das Böse der Welt wappnet, deren Begriff von Leben, Freiheit und Zukunft sich aber in ganz anderen Bahnen bewegt, als es bei Little Bee der Fall ist. Sarah, die Little Bee während eines Urlaubes kennenlernte in deren bedrohtem Leben, Little Bee, die nun im Sarahs alltäglichem Leben in London anlangt.

So lösen die gemeinsamen, schrecklichen Erinnerungen, aber auch die nun folgenden gemeinsamen Erlebnisse ganz verschiedene Assoziationen und Reaktionen aus. Eine Verschiedenheit, die letztlich der ganzen westlichen Welt den Spiegel vorhalten wird, die die tiefe Unterschiedlichkeit der Prägungen und Lebenshaltungen ungemein ausdrucksvoll zur Sprache bringt. Und ein Blick auf die (mögliche) Schönheit des Lebens und der Welt, gespiegelt in der (realen und täglich sich vollziehenden) brutalen Grausamkeit, bei deren Schilderung Cleave aber wirklich kein Blatt vor den Mund nimmt.

Ist es wirklich so, dass der gut situierte 'Westler' nur mehr sich aus den Illusionen eines relativen Wohlstandes und dem Blick auf eine mögliche, bessere Welt nährt, während die globale Realität in ganz anderer Richtung immer weiter fortschreitet und dem größten Teil der Menschheit jede Luft zum Atmen und Leben genauso nimmt, wie schon das ganz einfache Nahrungsmittel sich mehr und mehr an vielen Orten fast unerschwinglich darstellt? Dazu den tägliche Unwert des eigenen Lebens spürbar im Raume zu erleben? Fragen, die Cleave nicht moralinsauer trocken in den Raum stellt, sondern im Zuge seiner Geschichte fast unmerklich sich aufdrängen lässt

Ein wunderschön geschriebenes, in die menschliche Tiefe reichendes, letztlich sehr verstörendes Buch, das aufgrund der erlebten und geschilderten Grausamkeit der Welt schmerzvoll die mögliche Schönheit in den Raum zu stellen vermag. Eine mögliche Schönheit, die sich immer weiter entfernt durch Egozentrik und Trägheit mancher auf Kosten der Vielen. Ein Buch mit einem erschütternden Ende, soviel sei noch gesagt.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von "robby" lese gern TOP 50 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Für Chris Cleave ist "Little Bee" sein 2.Roman und ich finde er packt ein "heißes Eisen" an, an dem sich die Industriestaaten irgendwann verbrennen werden.Asylpolitik, ein Thema, was sich in letzter Zeit immer mehr verschärft hat, nicht zuletzt für die afrikanischen Flüchlinge, die jüngst in Italien strandeten.

Little Bee ist Nigerianerin und aus ihrem Land geflohen, um dem Tod zu entgehen,dem ihre Familie schon zum Opfer gefallen ist.Um die Ausbeutung des Landes, die "schwarzes Gold"in Mengen zur Verfügung hat, nicht publik werden zu lassen, werden die Menschen verfolgt und getötet,die Augenzeugen dieses Raubbaus sind.

In Chris Cleaves Buch"Little Bee"kommen zwei Stimmen zu Wort, die in abwechselnden Kapiteln ihre Gedanken und Eindrücke äußern.

Little Bee beginnt mit der Geschichte, indem sie über ihre Erfahrungen im englischen Abschiebelager berichtet,in das sie durch dramatische Ereignisse und nach ihrer Flucht gelangt ist.
Sarah und Andrew, ein englisches Ehepaar, dass um seine Ehe zu retten, Urlaub in Nigeria macht, lernen Little Bee kennen, als afrikanischen Soldaten sie und ihre Schwester, die geflüchtet waren, töten wollen. Um Little Bes Leben zu retten, opfert Sarah den Mittelfinger ihrer Hand,Andrew ist nicht dazu bereit und versucht sich einzureden, dass er dieses Ereignis nicht beeinflussen kann und nicht für alle Schicksale der Welt verantwortlich ist.
Bei der Auseinandersetzung mit den Soldaten, verliert Andrew seine Papiere, die Little Bee an sich nimmt und nach der Entlassung aus dem Abschiebelager, sind Sarah und Andrew ,die einzige Fluchtmöglichkeit,die Little Bee hat. Der Zeitpunkt an dem Little Bee bei Sarah eintrifft, ist allerdings schlecht gewählt, denn ihr Mann hat sich gerade das Leben genommen. Seine Depressionen haben nach dem Aufenthalt in Afrika und seinem Erlebnis mit den Soldaten noch zugenommen und ihm keinen anderen Ausweg gelassen.Die Bemühungen Sarahs, Little Bee zu helfen und mit dem Tod ihres Mannes fertig zu werden, werden eindrucksvoll von Sarah erzählt, ebenso Little Bees Geschichte, die neben ihrer ständigen Angst entdeckt zu werden, mit dem Kulturschock fertig werden muss, der sie befällt, als sie englichen Boden betritt.Die Lebensweise der Engländer und die Bedeutung ihrer Sprache sind für sie eine nur schwer zu überwindende Barriere.
Zu Anfang dieses Buches war ich etwas irritiert, weil ich nicht wusste, was der Autor mit seinen Anfangskapiteln bezweckte. Diese Irritation hat sich aber schnell gelegt und ich kann sagen,dass ich ein Buch gelesen habe, dass mich tief berührt und nachdenklich zurückgelassen hat.
Anhand der Geschichte von Andrew und Sarah wird dem Leser veranschaulicht,welche Mechanismen Menschen anwenden, um sich nicht "mit dem Elend anderer Leute"auseinandersetzen zu müssen.Dem einen gelingt dies perfekt, ein Zweiter versucht zu agieren und sein Möchlichstes zu tun und ein Dritter zerbricht daran. Doch Tatsache ist,dass wir alle an dem Elend dieser Menschen beteiligt sind.Durch unseren Wohlstand, der auf der Ausbeutung sogenannter "dritte Weltländer" aufgebaut wurde.Kriege werden geführt, um an Rohstoffe heranzukommen und die Leidtragenden sind die einfachen Bürger dieser Länder, die unter Verfolgung, Hunger und Folter zu leiden haben. Wenn dann diese Leute versuchen in unsere Länder zu flüchten, da ihnen sonst der Tod droht,erleben sie hier Ablehnung, Respektlosigkeit und Gewalt.

Little Bee öffnet dem Leser die Augen über ein Thema, dass wir am liebsten unter den Teppich kehren möchten. Die Asylpolitik der Industriestaaten ist und bleibt menschenunwürdig.Wir müssen uns entscheiden, entweder den Menschen vor Ort zu helfen und sie nicht zum Müllabladeplatz unserer aussortierten Technologien und Waffen zu machen, oder ihnen einen menschenwürdigen Platz in unserer Gesellschaft zu geben.

Erwähnen möchte ich hier auch ein Buch,dessen realen Geschichten sich um das Thema Asylpolitik in Östereich drehen"Allein zu Hause" von Susanne Scholl.Eindringlich und erschreckend zugleich.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Little Bee 8. März 2012
Format:Taschenbuch
Der Klappentext verrät nur wenig über den Inhalt und bittet den Leser auch, bei Weiterempfehlungen nicht zu viel zu verraten. Ich wusste wirklich nicht, um was es in diesem Buch geht, bevor ich angefangen habe, es zu lesen. Viele positive Rezensionen hatten mich darauf aufmerksam gemacht, aber von diesen blieb auch nur das Stichwort "afrikanisches Flüchtlingsmädchen" hängen.

Zwei Jahre vor Beginn der Ereignisse, die in diesem Buch erzählt werden, haben sich Little Bee, ein junges nigerianisches Mädchen, und Sarah, die mit ihrem Mann eine Urlaubsreise macht, an einem nigerianischen Strand getroffen. Was dort passiert ist, erfährt man erst recht spät im Buch, deshalb möchte ich an dieser Stelle nur sagen, dass es ein schicksalshafter Tag für alle Beteiligten war, der ihr Leben nachhaltig verändert hat. Zu Beginn des Buches treffen die beiden sich wieder und versuchen gemeinsam, vergangene und aktuelle Geschehnisse zu verarbeiten.

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Sarah und Little Bee, die zwar sehr unterschiedlich sind, in ihrer Stärke und Unabhängigkeit aber auch viele Gemeinsamkeiten haben. Interessante Charaktere sind beide und Chris Cleave hat es geschafft, die jeweiligen Kapitel ganz unterschiedlich zu erzählen und die Stimmen der Protagonistinnen von einander abzusetzen. Little Bee erklärt dem Leser oft, wie sie ihren Freundinnen zuhause englische Gegebenheiten erklären würde, wodurch sie kulturelle Unterschiede aufzeigt, ohne belehrend zu wirken. Auch wenn Sarah keine ungewöhnliche Romanfigur ist - die durchschnittliche beruflich erfolgreiche Mutter und Ehefrau - haben mir ihre Passagen fast besser gefallen. Vielleicht liegt das auch gerade daran, dass sie dem europäischen Leser näher ist als Little Bee und man sich besser mit ihr identifizieren kann. Besonders ans Herz gewachsen ist mir auch Sarahs Sohn Charlie, der nur im Batman-Kostüm auftritt und für den ein oder anderen Lacher gut ist und etwas Lockerheit in dieses sonst recht ernste Buch bringt.

Vom Anfang des Buches an arbeitet sich die Geschichte erst einmal Rückwärts, bis wir den Punkt an jenem Strand in Nigeria erreichen, an dem alles begann. Lange muss der Leser rätseln, was denn dort passiert sein könnte und als man es endlich erfährt, ist das der Höhepunkt der Geschichte. Alles was danach kam, plätscherte nur noch vor sich hin und war für mich nicht mehr so interessant. Einige Wendungen gegen Ende waren für mich nicht nachvollziehbar, ich hätte mir einen anderen Schlusspunkt gewünscht und hatte von Sarah eine reifere und durchdachtere Handlungsweise erwartet.

Es ist sehr schade, dass die zweite Hälfte des Buches die aufgebaute Spannung nicht halten kann, denn in der ersten Hälfte war ich so begeistert von "Little Bee", dass ich ohne Bedenken die Höchstwertung vergeben hätte. So reicht es dank der interessanten Geschichte und der überragenden ersten Hälfte für 4 Sterne
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