Man kann sich schon manchmal fragen, was so eine Literatur-Sammlung zusammengezwungen hat: Jetzt ist noch eine mit Mülltexten erschienen, ein Freund hat sie mir ins Haus geschleppt, weil ich seit meinem Umzug mit dem neuen Mülleimer in der Küche kämpfe.
Anfängliche Skepsis war aber ganz schnell durch schallendes Lachen abgelöst. Denn die Beiträge in dem Buch sind Gold wert - nicht nur für jemanden, der mit der Aufhängung seines Mülleimers und den sich verwurschtelnden Mülltüten kämpft und dafür von Freunden verulkt wird!
Höchst unterhaltsam schildern in den Texten Literaten von ihren Kämpfen mit dem täglich anfallenden Müll, und das geht sogar so weit, dass einer der Schriftsteller im Halbschlaf von der Erfindung des idealen Müllbeutelverschlusses träumt. Viele bekannte Autorennamen sind vertreten, aber auch völlig unbekannte. Es bleibt offen, wer die stärkeren Texte liefert und mehr vom Problem mit dem zu entsorgenden Gemülle unserer Zivilistation weiß, die Alten oder die Jungen.
Dass das Buch, das sehr ansprechend hergestellt ist, von dem Müllbeutel-Hersteller Swirl unterstützt wurde, schadet der Sache - entgegen anfänglicher Skepsis auch in dieser Richtung - überhaupt nicht. Im Gegenteil, man merkt den kleinen Begleittexten zu der Literatur an, dass da viel Sachverstand recht informativ eingearbeitet wurde.
Die »Beute(l)züge durch die Literatur« sind ein vergnügliches und aufschlußreiches Buch, bei dem Literatur zeigt, was sie - auch - kann: Auf wichtige Themen hindeuten, unsere Selbstverständlichkeiten hinterfragen, Ideen aufreißen. Ich finde, das lohnt sich gelesen zu werden.