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Frauen Literatur Geschichte. Schreibende Frauen vom Mittelalter bis zur Gegenwart.
 
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Frauen Literatur Geschichte. Schreibende Frauen vom Mittelalter bis zur Gegenwart. [Taschenbuch]

Hiltrud Gnüg , Renate Möhrmann
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 562 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518381032
  • ISBN-13: 978-3518381038
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 10,8 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 889.641 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Die Offenheit und Unvoreingenommenheit, mit die AutorInnen in diesem Buch die einzelnen Schriftstellerinnen darstellen, ist einmalig! Das hat mich sehr beeindruckt. Beim Lesen hatte ich nicht das Gefuehl, das hier eingeordnet und gewertet wurde, es wurde OFFEN geLASSEN. Die Schriftstellerinnen wurden in ihrem zeitlichen und persoenlichen Kontext vorgestellt. So wurde versucht zu verstehen - die Schriftstellerinnen zu verstehen, ihre Schreibweise ... zu verstehen, wohlgemerkt ohne zu (ent)werten. So findet man verschiedene Epochen, Richtungen und vieles mehr in diesem Buch, teilweise auch recht amuesant beschrieben. Das vermittelte mir auch den Eindruck, das Literaturwissenschaft nicht nur trocken sein muss. Wer sich fuer etwas mehr als nur "Lesen" interessiert, der sei dieses Buch sehr empfohlen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Inhaltsangabe

Klöster und Höfe - Räume literarischer Selbstentfaltung
- Über das Schreiben der Mystikerinnen
- Autorinnen im Umkreis der Höfe
- Zwischen Frauenideal und Autorenstatus, Zur Präsentation der Frauenliteratur in der Renaissance
- Die verlorene weibliche Aufklärung, Die franz. Salonkultur des 17. Jhdt. und ihre Autorinnen
- Leben als Text, Briefe als Ausdrucks- und Verständigungsmittel
- Der Blick in die Ferne, Zur Reiseliteratur von Frauen
- Romantische Frauenkultur
- Tugend - Opfer - Rebellion, Zum Bild der Frau im weiblichen Erziehungs- und Bildungsroman
- Angst - Flucht - Hoffnung, Von der Gothic Novel zum utopischen Roman

Anklage von Sklaverei und Unterdrückung
- Protest aus angelsächsischen Ländern und Frankreich
- Lyrikerinnen im 19. Jahrhundert
- Theater als verweigerter Raum, Dramatikerinnen der Jahrhundertwende in deutschsprachigen Ländern
- erotisch-emanzipatorische Entwürfe
- Die Zeit der Achmatowa, Lyrik nach der Oktoberrevolution
- Weibliche Autobiografien
- Bilder neuer Welten
- Ästhetische Innovationen

Schreibende Frauen in der DDR
- Zur Prosa
- Zur Lyrik
- Kriminalroman-Autorinnen

Feministische Aufbrüche
- Impulse aus den USA und Frankreich
- Weiblichkeit im Spiel der Sprache, Über das Verhältnis von Psychoanalyse und ecriture feminine
- Neue Tendenzen in der BRD, in Österreich und der Schweiz
- Frauen erobern sich einen neuen Artikulationsort: den Film
- Schreiben als Lebensversuch lateinamerikanischer Autorinnen angesichts von Gewalt und Diktatur
- Protest gegen die traditionellen Werte Schwarzafrikas
- Schwarz-amerikanische Autorinnen
- Zur rechtlichen Aufklärung über den Ehebruch

Zum ausführlichen Inhalt
Unglaublich zu lesen ist, dass Frauen bereits im 10. Jahrhundert zu schreiben begonnen haben, sich jedoch aus Angst, nur in Latein offenbart haben. Erst Mitte des 12. Jahrhunderts fangen Frauen wirklich an zu schreiben und das in ihrer Landessprache. Hildegard von Bingen beispielsweise musste für ihr erstes Buch "Scivias" die Erlaubnis und den Segen des Papstes haben. Und so begannen zögerlich viele Frauen zu schreiben. Sie sahen jedoch die einzige Möglichkeit, ungestört schreiben zu können darin, sich dem Familienleben zu entziehen und in Klöstern zu schreiben, wo sie die nötige Ruhe und Unterstützung fanden. Doch nicht jeder hatte ausreichende Bildung, um als Nonne dort leben zu können und so weihten sich viele Frauen auf eigene Faust Gott und wurden Beginen. Ein Leben in Armut und Keuschheit, aber mit der Möglichkeit, Raum zum Schreiben zu haben. Es in den eigenen Fokus zu rücken, frei von familiären Verpflichtungen. Traurig aber war.
Ich musste schmunzeln, als ich las, dass ein Zitat, welches von Marie de France stammt, ausschließlich von schreibenden Männern benutzt wurde, die gar nicht wussten, von wem es stammt. Folglich wussten sie nicht, dass sie da eine Frau wie folgt zitierten: "Wem Gott Wissen und Beredsamkeit gegeben hat, darf das nicht verschweigen und verheimlichen, sondern muss sich bereitwillig hervortun." Als die schreibende Männerwelt erfuhr, dass dieses Zitat von Marie de France war und sie somit den Frauen das Schreiben auch eingestehen mussten, weil schließlich das Zitat auch auf sie zutraf, da brach sozusagen Chaos aus.

Und so beginnt das Buch mit seinen Ausführungen und Erklärungen. Es zeigt die Entwicklung der "Schreibenden Frau", die anfänglich für Gott schreibt, anders erlaubten es die Männer nicht. Später dann schrieben sie durch Gott - sie wurden mutiger und schlussendlich glaubten sie, dass Gott durch sie spreche, da war die Revolution geboren, der Mut und die Motivation unbesiegbar. Und doch lagen noch so viele Jahrhunderte vor diesen Frauen, die unsagbar unfair, bedrückend, niederschmetternd und entmutigend waren, dass viele die Hoffnung aufgaben, verloren oder sich umbrachten.

Später dann rückt immer mehr der Feminismus und die Emanzipation in den Vordergrund, als es längt keine Frage mehr war, dass Frauen schrieben. Ab dann geht es um den Ausdruck des Schreibens, was sie schreiben, wie sie schreiben, warum sie schreiben. Also nicht mehr das Kämpfen für die Freiheit überhaupt schreiben zu können, sondern das was dürfen wir schreiben, wird behandelt. Wie können wir uns ausdrücken, welche Möglichkeiten haben wir, wie ziehen wir andere Frauen mit in unser Boot, etc.
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