Litania ist eine Hommage an Krysztof Komeda und seine Musik, arrangiert und initiert von einem seiner ehemaligen Musiker, Tomasz Stanko (tp). Die guten alten Tage werden hier aber nicht zum Gegenstand von abgestandenen Klischees oder Sentimentalitäten, man nutzt die Wiederbegegnung zu einem respektvollen und spannendem Gespräch über die harmonischen Möglichkeiten der Kompositionen Komedas.Das klingt düster, nüchtern und doch auch pathetisch majestätisch - eine der besten ECM Platten der Neunziger in meinen Augen. Die Stücke sind geschickt angeordnet, der Spannungsbogen über die ganze CD aus einem Guss.Die harmonische Spannung wird (abgesehen vom Barjazz bei Ballad for Bernt) erst beim abschliessenden Sleep Safe And Warm einigermassen gelöst. Dazwischen viel grossartige, ergreifende und doch auch Aufmerksamkeit fordernde Musik von europäischen Spitzenmusikern. Da wäre Bernt Rosengren mit seinem warmen Tenorsax, kontrastiert von Joakim Milder (eher in der Garbarektradition beheimatet) am Tenor - und Sopransaxophon. Bobo Stenson (p), Palle Danielson( b) und Jon Christensen (dr) sind alte Bekannte, die miteinander gut harmonieren. Bei drei Stücken stösst noch der E Gitarrist Terje Rypdal dazu - ein Meister des Zerfaserns und Dekonstruierens mit flächigen, dunklen Sounds. Stanko sebst ist in Hochform (allein sein Duo mit Stenson über Sleep... ist das Geld für die CD wert)- er ist hörbar das bindende Glied dieses Allstar - Septetts;sein Danke an einen früh verstorbenen Freund ist ein Meilenstein in seinem musikalischen Schaffen.