Allein schon die Idee ist genial: Zehn Autoren legen sich mit dem Teufel an, um einen lukrativen Vertrag zu ergattern. Wer diesen Wettstreit für sich entscheiden kann, wird mit 500 Euronen belohnt. Nur 500 Euronen, werden Sie sich fragen? Das ist ja gar nichts für einen Autor, der zum Bleistift bei Random house anheuert und als Belohnung eine Serie irgendwelcher Genreromane schreiben darf, die dann auf den Markt geworfen werden.
Frank Trash, der vom Blitzschlag in andere Dimensionen geschleuderte Autor, wird vom Teufel höchstpersönlich darauf hingewiesen, dass sich eine Veröffentlichung bei Random house mit dem edlen Wettstreit unter Autoren nicht verträgt. Nun ja, und es geht schließlich nicht nur um die 500 Euro, sondern hauptsächlich darum, dass es Ehrensache ist, einen Pakt mit dem Teufel zu schließen.
Frank Trash hat mit dem Schreiben von Groschenromanen jede Menge Geld verdient. Doch zweifach vom Blitz getroffen vernebelte sich sein Bewusstsein und er wird in ein Abenteuer hineingetrieben, das ihn am Ende mit seiner erfundenen Figur, einem passionierten Mörder, in einen Showdown allererster Güte konfrontiert. Ist es Traum, ist es Wirklichkeit, ist es Leipzig, ist es Paris, ist es in einem Flugzeug, ist es in einem TGV? Frank kennt sich nicht aus und dann spricht auch noch dieser blöde Geist aus ihm, den er am liebsten zum Teufel' Ach nein, das lieber doch nicht.
Hier wird Trash auf höchstem Niveau verzapft. Durch ineinander verschränkte Handlungsmuster wird es manchmal ein wenig kompliziert, doch im Zweifelsfall wissen hartnäckige Geisterstimmen Rat. Ja, ja, der Name Trash ist Programm und der Autor, Herr Mühlehner, erzählt in einem kleinen Essay am Ende von den Eigenheiten und Weitläufigkeiten der Trash-Kultur. Heftromanen haftet heutzutage das Etikett 'billig und Schund' an, obzwar es viele schlechte Trash-Romane sogar auf Bestseller-Listen schaffen. Wer das Geld hat, hat das Sagen und bestimmt die 'Qualitätskriterien' von Literatur. Kann das tatsächlich wahr sein? Oh ja, da steckt viel zwischen den Zeilen, und diese Geschichte von Frank Trash, der Hugo Bain wohl als einziger Mensch auf der Welt furchtlos begegnet, weil er eigentlich wissen müsste, wie seine erfundene Figur so tickt oder ticken könnte, das ist schon mehr als bloß irgend so ein Heftroman.
Ein Heftroman ist ein Roman ist ein Roman. Nicht alles, was günstig zu haben ist, muss schlecht sein. Und gerade Romane von Autoren, die sich vom Teufel höchstpersönlich einen Vertrag mit Random house in der Luft zerreißen lassen, ohne dies zu bedauern, können erstaunliche Qualitätsmerkmale aufweisen. Ein mehr als gelungener Einstand der Litlimbus-Reihe!