Also, nachdem sich die erste Aufregung um den 'Helden' Lang Lang und dessen 'Hero' Liszt (übrigens schon in Lang Langs Autobiografie zu lesen) ein wenig gelegt haben mag, finde ich, dass er sehr gut und glaubwürdig 'seinen' Liszt hier vorträgt, wenn auch evtl. 'lisztig trendy' (Markt!) - why not! Es passt. Und bitte, die Fans von Arrau, Cziffra, Horowitz & Co (zu denen ich mich auch gerne zähle) mögen verzeihen, wir leben heute.
Diese Lang Lang Liszt-Einspielung ist - im Gegensatz zu mancher eben in die Jahre gekommenen Aufzeichnung der 'großen Alten' - halt nun mal auf der Höhe der Zeit. Klangtechnisch allemal, spielerisch (Lang Lang - 'Liszt Liszt') sowieso, virtuos eh (falls das für jemanden Priorität haben sollte), interpretatorisch hie und da vielleicht etwas zu 'trendy', also doch eine 'Moment'-Aufnahme, eben jetzt, hier, heute, aber ganz zweifellos eine von den bemerkenswert interessanten, wirklich guten Liszt-Jubel-Einspielungen.
Jede Epoche hat ihre Heros! Ich jedenfalls liebe es, viel zu hören, zu vergleichen, die 'Helden' von früher mit denen von heute, auch nach Lust und (Tages)Laune (z.B. Rakoczy March From Hungarian Rhapsody No. 15 In A Minor, S 244/15 - Horowitz Version, mal gespielt von Horowitz selbst, mal von Lang Lang, lohnender Hör-Vergleich!).
Absolut (zu)packend präsentiert Lang Lang Liszts erstes Klavierkonzert (Wiener Ph.O. unter Valerij Gergiev), technisch brilliant, klar, von feinsinnig bis explosiv - großartig!
Es werden andere Pianisten, Virtuosen, Interpreten kommen. Lang Langs Liszt-Interpretation passt zu ihm, ist ein absolut stimmiges Klangbild seiner Auffassung, schon von daher für Fans ein Muss. Lust auf Liszt. Fazit: Hörenswertes 'Lang Lang - Liszt Liszt (Helden)Epos' ... ;-)