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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
32 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wunderschönes Lesebuch zu Lissabon,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Lissabonner Logbuch: Stimmen, Blicke, Erinnerungen (Gebundene Ausgabe)
Ein Logbuch über Lissabon? Warum denn keines der üblichen Tagebücher oder literarischen Reiseführer? José Cardoso Pires, ehemaliger Direktor der Lissabonner Tageszeitung Diário de Lisboa, segelt mit uns über ein Meer aus Stein. Ja, Sie haben richtig gehört: Er segelt durch Lissabon. Geradezu anmutig führt er uns durch die Lissabonner Gassen. Ausgangspunkt ist die Burg Castelo São Jorge, dort wo man mitten in der Stadt das Gefühl hat, ihr ganz fern zu sein, sie distanziert wie in einem Film beobachten zu können. Immer wieder machen wir halt an einem der unzähligen Aussichtspunkte Lissabons, den Miradouros, um beispielsweise darüber zu rätseln, ob die Stadt nun weiß oder blau sei. Durch eine Metrofahrt lernen wir nicht nur den Chiado - für José Cardoso Pires das eigentliche Lissabon - sondern auch weiter außerhalb liegende Stadtteile wie Benfica oder Carnide kennen. Das Nachwort bleibt dem italienische Literaturprofessor und Schriftsteller Antonio Tabucchi vorbehalten. Tabucchi beantragt in seinem Nachwort, als Matrose auf der Lisboa mitfahren zu dürfen. Allerdings weiß er nicht, wie er die Stadt angesichts der immensen Anredeformen, welche das Portugiesische zu Verfügung stellt, anreden soll. Die Übersetzerin Maralde Meyer-Minnemann hat am Schluß noch ein kleines Glossar hinzugefügt, in dem für die interessierten LeserInnen die SchriftstellerInnen und KünstlerInnen, welche das Buch in großer Anzahl bevölkern, kurz mit ihren wichtigsten biographischen Daten vorgestellt werden. Ihre Übersetzung ist bis auf ein paar kleine Fehler gut gelungen. Manchmal verliert das Portugiesisch José Cardoso Pires` im Deutschen jedoch an Spritzigkeit und wirkt etwas antiquiert. Wer sein Herz an Lissabon verloren hat oder verstehen will, warum diese Stadt für viele so faszinierend ist, dem sei dieses Buch nahegelegt. Nur wenige andere Autoren wie Antonio Tabucchi oder Hans Magnus Enzensberger haben bisher den Reiz dieser Stadt dermaßen gekonnt eingefangen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Eine Liebeserklärung an Lissabon,
Von
Rezension bezieht sich auf: Lissabonner Logbuch: Stimmen, Blicke, Erinnerungen (Gebundene Ausgabe)
Stimmen, Blicke und Erinnerungen verspricht uns das "Lissabonner Logbuch" des José Cardoso Pires (1925-1998) - und hält das Versprechen. Mehr noch. Dieses "Logbuch" ist eine einzigartige Liebeserklärung an die weiße Stadt am Tejo.Der portugiesische Autor schreibt nicht nur mit dem Herzen, er schreibt und beschreibt auch als Autor mit dem Blick des Dichters. Daraus ergibt sich ein sehr differenzierter Blick auf Lissabon. Für Pires ist Lissabon das "hochgelegene Reich der Katzen" und das "Paradies der Vollzeittrinker". Und das ist beileibe nicht abwertend gemeint. Er kennt die Bars und Kneipen und Kaffehäuser. Er kennt die Untergrundbahn und den "Fahrstuhl zur Hölle", den Santa-Justa-Fahrstuhl. Er kennt das burleske Bestiarium und den Meridian der Literaten. Auf seinem Streifzug durch die Stadt zwischen Fluß und Meer trifft Pires immer wieder Kollegen, lebende und verstorbene, die mit Lissabon ebenso verbunden waren und sind wie er. So natürlich Saramago und Antunes, vor allem aber: "Pessoa. Der Pessoa. Der Pessoa, immer wieder der Pessoa, der Pessoa, unser Schicksal." Er trifft ihn im Café a Brasileira in der Rua Garrett und gegenüber in der traditionsreichen Buchhandlung Bertrand. Oder überhaupt ihn und andere im Viertel Baixa-Chiado. Auf dem Rossio begegnet er diesem und jenem, oder im Cave de Ouro. Die berühmten Raben verortet er in der Rua das Farinhas usw.. Jeder Leser mag hier seine eigenen Entdeckungen - geleitet und begeleitet von José Cardoso Pires - machen. "Man kann Lissabon als Symbol definieren. Wie das Prag von Kafka, das Dublin von Joyce oder das Buenos Aires von Borges. Ja, das ist möglich. Doch mehr noch als die ganze Stadt ist es eher ein Stadtviertel oder ein Ort in der Stadt, die diese Definition und die Treue bestimmen, die wir ihr häufig unbewusst zuteil werden lassen". So Pires über den Chiado. Und deshalb hat auch kein geringerer als Antonio Tabucchi das Nachwort geschrieben. Ein Nachwort, in dem er Pires bescheinigt, dass er DU zu dieser Stadt sagt. Der Leser ist gern bereit, dies auch zu tun. Das Buch wird ihm die Entscheidung leicht machen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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