Ich erwarb den WUSB600N in der Annahme, damit meinen Cisco E3000 Router optimal zu ergänzen. Gleicher Hersteller, gute Abstimmung, sollte man meinen. Bisher nutzte ich den TP-Link TL-WN821N für schlappe 13,40 Euro und erreichte damit stets eine stabile Verbindung mit 130 MBit/s. Die Aussicht, mich mit "Dual-Band" allein im 5Ghz-Band zu tummeln und vielleicht noch ein paar Mbit mehr herauskitzeln zu könnnen waren der Ausschlag für den Kauf.
Die Installation war tatsächlich kein Problem, die Anzeige der Signalstärke dagegen schon: "Sehr niedrig" meldete mein Windows XP nüchtern, Übertragungsrate 117 MBit/s. Schaute ich der Statusanzeige etwas länger zu, bemerkte man Schwankungen. Nur gingen diese leider nur in eine Richtung, am liebsten verharrte der Cisco-Stick bei 6,5 MBit /s.
"Mal nach dem Treiber gucken" schießt dem noch optimistischem Tüftler ins Hirn. Aaach ja, da haben wir den Schlingel, ein veralteter Treiber. Flugs bei Cisco die "aktuelle" Version 1.4.10.0 gefunden und erstmal gestaunt: "Uups, der ist ja vom 24.3.2010?!" Egal, installiert uuuund ... nix, keine Änderung, die gleiche miese Performance wie zuvor.
"Na ja, ist sicherlich so eine Hightec-Mimose". Mit der mitgeleiferten Verlängerung den Stick so auf meinem Schreibtisch positioniert, daß sich Router und Stick freundlich zublinken können. Nichts dazwischen, Entfernung zwischen Stick und Router 7m. Während ich allerlei Verrenkungen vollführte um dem kleinen Querulanten den besten Ausblick auf den Router zu gewähren, tummelte dieser weiter fröhlich in den untersten Übertragunsraten herum.
Mit erste Anzeichen von Resignation schaute ich mir dann mal die Anfragen im Cisco-User-Forum an. Freudig stellte ich fest, daß ich mit meinem Problem nicht allein war. Bitter allerdings, daß es keinerlei Äusserung von Cisco auf die zahlreichen Problemschilderungen gab. "User helfen Usern", so offenbar das Credo des optimierten Produktsupports. Kurzum: Ich wühlte mnich durch zahllose Internetforen und fummelte mit verschiedenen WEP-Verschlüsselungsarten, Kanälen, Beacon-Intervallen, RTS-Schwellenwerten und wasweißichnoch herum.
Den Stick kümmerte das herzlich wenig.
Als Akt letzter Verzweiflung rief ich dann den Cisco-Support an. Dort gelangt man erstaunlich schnell an einen humanoiden Supportmitarbeiter, wird aber das Gefühl nicht los, daß dieser einen nach Nennung des Produkts genau so schnell wieder loswerden möchte. Ich machs kurz: Mein Problem liegt bei Windows XP: "für höchste Leistung, braucht der Stick ein modernes Betriebssystem". Ein Schlag ins Gesicht für die Verfasser der zahlreichen Beiträge, die über mangelnde Windows 7 Kompatibilität des Cisco-Sticks klagen. Und: "Schalten Sie doch mal den 5Ghz Bereich ab, dann sollte es besser laufen". Nun ja...
Fazit: Ich habe meinen TP-Link Stick für 13,40 Euro nach dieser einwöchigen Odyssee erst richtig schätzen gelernt. Mit dem WUSB600N wären die Seiten der verschiedenen Web-Foren, in denen ich nach Rat gesucht habe, wohl immer noch nicht geladen. Ich kann den Stick leider nicht empfehlen.