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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Bibel für 1. Sc3-Spieler und Freunde origineller Züge!, 3. Juni 2005
Der "Linksspringer" von Harald Keilhack is ein äusserst beeindruckendes Werk. Für jeden, der gern originelle Wege beschreitet oder sein Repertoire erweitern oder ergänzen möchte, kann ich diesen Wälzer mit seinen 399 (!) Seiten nur von Herzen empfehlen. Man findet eine Unmenge Material in diesem Buch und das zu einem für den Kaniaverlag typisch günstigen Preis!Es ist interessant, dass Spieler mit den weissen Figuren oft unbegründet, aber "aus Prinzip" davor zurückschrecken, mit 1. Sc3 zu eröffnen, weil dies 1. ...e5, 1. ...d5 und 1. ...c5 zulässt. Und doch hat die Eröffnung mit dem "Linksspringer" auch unter Grossmeistern seine Anhänger, wie beispielsweise Ian Rogers oder Johnny Hector, um nur zwei zu nennen! Und Grossmeister spielen garantiert nichts, was nicht gut ist! Besonders im Fernschach wird 1. Sc3 regelmässig und mit Erfolg angewandt, allen voraus vom Fernschach-GM van Geet, der damit gar schon ein Remis gegen Ex-Weltmeister Spassky erzielte - im Nahschach! Keilhack erläutert die typischen Pläne für beide Seiten mit einer Ausführlichkeit, die seinesgleichen sucht! Ich habe noch kein Schachbuch gelesen, in dem soviele strategische Erklärungen und Analysen waren - überzeugt euch selbst! Und er bezieht in grossem Masse auch die vielen Fernschachpartien zu 1. Sc3 ein, was auch (leider) eine Seltenheit ist, wo man doch gerade in dieser Disziplin Ideen sehr viel gründlicher überprüfen kann! Zum Aufbau: das Buch hat sagenhafte 46 Abschnitte, die aus knapp 100 kommentierten Musterpartien bestehen. Schon allein das gibt einen Eindruck darüber, wieviel es zu einem Zug wie 1. Sc3 zu schreiben gibt! Ich möchte hier nur einen kurzen Überblick geben, weil das Buch einfach zu vielschichtig ist, um alle Varianten hier aufzuzählen: 1) Sc3 d5, e4 d4, Sce2 e5, Sg3 interessierte mich schon, als dies zu meiner grossen Überraschung Colossus Chess 2.0 auf meinem C64 in den 1980er Jahren gegen mich spielte und dies offenbar "Buchwissen" war. Nur leider fand ich niemals Literatur darüber - das hat sich jetzt endlich geändert! 2) Sc3 c5, Sf3 Sc6, d4 cd4:, Sd4: Sf6, Lg5 3) Sc3 e5, Sf3 Sc6, d4 ed4:, Sd4: Sf6, Lg5 4) Sc3 f5, e4 fe4:, d3!? 5) Sc3 e5, e3!? d5, Dh5!? und vieles, vieles mehr... Das alles ist erst der Anfang! Keilhack geht zudem auf Eröffnungen ein, die sich per Zugumstellung zumeist aus 1. e4-Partien ergeben können und das sind eine ganze Menge! All diese Varianten und interessante Nebenvarianten bespricht er im Detail, z.B. Übergänge aus dem Franzosen, Caro-Kann oder der Aljechin-Verteidigung, so dass man also auch eine Menge Stoff für 1. e4-Spieler findet. Und im Gegensatz zu vielen anderen Autoren ist er dabei auch ehrlich genug zuzugeben, dass Weiss nicht immer auf Vorteil hoffen kann. Beeindruckt hat mich vor allem seine Analyse zu 1. Sc3 d5, e4 Sf6, e5, wonach sich eine Stellung aus der Aljechin-Verteidigung ergibt und die Schwarz laut Theorie immer einen leichten Ausgleich garantierte. Dass dem nicht ganz so ist, beweist Keilhack in seinen Analysen. Wer Kania-Bücher noch nicht kennt, dem sei gesagt, dass Schrift und Diagramme einfach toll sind! So wünscht man sich Bücher zu seinen Lieblingseröffnungen oder -spielern! Das ist eines der besten Eröffnungsbüchern, die ich je gesehen habe und man kann sich nur auf weitere Neuerscheinungen aus dem Kaniaverlag freuen! Die Bibel für alle 1. Sc3-Spieler! Keine Frage: locker 5 Punkte!
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